Statistisches Bundesamt: Deutsche Staatsbürgerschaft lockt weniger Ausländer
zuletzt aktualisiert: 20.07.2005 - 13:45Wiesbaden (rpo). Immer weniger Menschen möchten sich in Deutschland einbürgern lassen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, ging die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 9,6 Prozent auf jetzt rund 127.150 zurück. Damit ist im vierten Jahr hintereinander ein Rückgang zu verzeichnen. Rund ein Drittel aller Neubürger stammen aus der Türkei.
Nachdem mit der Einführung des neuen Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000 mit 186.700 Personen der bisherige Höchststand erreicht wurde, hatte die Zahl ab 2001 jeweils deutlich abgenommen. 2002 zählten die Statistiker 13,2 Prozent weniger Einbürgerungen, 2003 ging die Zahl um 8,9 Prozent zurück.
Die größte Gruppe der Eingebürgerten - nämlich fast 35 Prozent - stellte im vergangenen Jahr erneut die Türkei mit 44.470 Personen. An zweiter und dritter Stelle folgten Einbürgerungen von Personen aus Polen mit knapp 7.500 und aus dem Iran mit rund 6.360 Personen.
Während die Einbürgerungen von Menschen aus Serbien und Montenegro und dem Iran jeweils um mehr als 30 Prozent zurückgingen, stieg diejenige von Bürgern aus Polen (plus 150,8 Prozent) und aus der Russischen Föderation (plus 58,5 Prozent) stark an. Auch aus dem Irak wurden im vergangenen Jahr mit einem Plus von 18,8 Prozent deutlich mehr Personen eingebürgert als noch im Vorjahr.
Dabei ging die Zahl derjenigen, die die deutsche Staatsangehörigkeit auf Basis eines mindestens achtjährigen rechtmäßigen Aufenthalts in Deutschland erwarben um 3.330 oder 3,9 Prozent auf 82.950 zurück. Sie machen mit rund 65 Prozent aber weiter das Gros der Neueingebürgerten aus. Auch die Anzahl der Einbürgerungen in Deutschland lebender ausländischer Ehegatten und deren minderjähriger Kinder ging um 21 Prozent auf knapp 19.900 zurück.
Leicht zulegen konnten hingegen die Einbürgerungen von ehemaligen deutschen Staatsangehörigen, denen die Staatsangehörigkeit zwischen 1933 und 1945 aus politischen, rassistischen oder religiösen Gründen entzogen worden war. Sie legte um etwa 100 oder 3,6 Prozent auf rund 3.800 Einbürgerungen zu.
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