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Zeitungsbericht: Deutschland soll Guantanamo-Häftlinge aufnehmen

zuletzt aktualisiert: 15.04.2006 - 11:11

Berlin (rpo). Die US-Regierung will einem Zeitungsbericht zufolge mehr als ein Dutzend Guantanamo-Häftlinge nach Deutschland abschieben. Bei den Gefangenen handelt es sich um 15 Angehörige einer islamischen Volksgruppe aus China. Deutschland lehnt die Aufnahme der Muslime, die in ihrem Heimatland politisch verfolgt werden, bisher ab.  

Bei den Häftlingen handele es sich um 15 Uiguren, Angehörige einer islamischen Volksgruppe in West-China, die einen bewaffneten Kampf gegen das Pekinger Regime führt und von diesem massiv verfolgt wird, berichtete die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf diplomatische Kreise. Die Bundesregierung sperre sich bislang gegen den Wunsch. Grund sei die Sorge um die Beziehungen zu China. Peking würde eine Aufnahme der Uiguren in Deutschland als unfreundlichen Akt empfinden, hieß es dem Bericht zufolge in diplomatischen Kreisen in Berlin.

Die Häftlinge seien seit 2002 in Guantánamo. Die USA suchten seit geraumer Zeit einen Aufnahmestaat, weil den Uiguren bei Auslieferung an China der Tod drohe, berichtete die Zeitung. Deutschland gelte in Washington als geeignet, weil in Bayern bereits eine Gruppe von Exil-Uiguren lebt. Die USA sähen gerade jene Staaten in der Pflicht, Gefangene aufzunehmen, die sich wie Deutschland für eine Auflösung von Guantánamo stark machen.

Quelle: afp2

 
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