Studie zur Rente mit 67: DGB fordert Regierung zu Stopp auf
zuletzt aktualisiert: 17.09.2010 - 14:12Berlin (RPO). Die sozialen Voraussetzungen für die Rente mit 67 sind nach einer Studie im Auftrag des Netzwerks für eine gerechte Rente nicht gegeben. Derzeit hätten nur 9,2 Prozent der 63-Jährigen und 6,3 Prozent der 64-Jährigen noch eine Vollzeitbeschäftigung, heißt es in der am Freitag in Berlin vorgestellten Untersuchung zweier Professoren der Universität Duisburg-Essen.
Für den sogenannten Vierten Monitoring-Bericht untersuchten sie die aktuelle Beschäftigungslage und die zu erwartenden arbeitsmarktpolitischen Entwicklungen. Dem Netzwerk für eine gerechte Rente gehören Gewerkschaften und Sozial- und Wohlfahrtsverbände an.
In den Gesundheitsdienstberufen sind dem Bericht zufolge nur 2,6 Prozent aller Beschäftigten über 60 Jahre alt, bei Malern und Lackierern sind es 2,9 Prozent. Die Wissenschaftler gehen zudem davon aus, dass die Entlastung auf dem Arbeitsmarkt nur sehr langsam vorankommen wird und im nächsten Jahrzehnt weiterhin von einer hohen Massenarbeitslosigkeit auszugehen ist.
DGB und der Sozialverband VdK wiesen am Freitag darauf hin, dass die sozialen Folgen der Chancenlosigkeit Älterer am Arbeitsmarkt schon heute gravierend seien. 46,6 Prozent aller Altersrentner gingen mit Abschlägen in Rente, die Kürzungen lägen bei durchschnittlich 114 Euro.
DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach erklärte: "Die Fakten belegen, dass die Einführung der Rente mit 67 nicht vertretbar ist. " Sie forderte die schwarz-gelbe Koalition auf, die Rente mit 67 "zumindest auf Eis zu legen". Es müsse darum gehen, den Arbeitnehmern die Chance zu eröffnen, überhaupt bis 65 gesund in Arbeit bleiben zu können.
Die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher, machte deutlich, dass die Rente mit 67 die ohnehin drohende Altersarmut zusätzlich verschärfe. Für die Betroffenen verlängere sich nicht die Lebensarbeitszeit, sondern die Zeit der Arbeitslosigkeit. Ende des Jahres will Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) einen Rentenbericht zur Beschäftigung Älterer vorstellen.
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