Rentenversicherung: DGB warnt vor Beitragssenkung
zuletzt aktualisiert: 23.11.2008 - 16:30Berlin (RPO). Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnt davor, die Beiträge zur Rentenversicherung schon 2009 zu senken. Dies sei angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage unverantwortlich, so DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.
Es sei "absolut kurzsichtig", die Rücklagen der Rentenversicherung anzapfen zu wollen, sagte Buntenbach dem "Tagesspiegel". Die Folgen der Bankenkrise für den Arbeitsmarkt seien noch ungewiss. Die Rentenversicherung müsse aber "langfristig unabhängig von konjunkturellen Schwankungen" bleiben, mahnte sie.
Angesichts der hohen Rücklagen der Rentenkasse hatte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt die Bundesregierung aufgefordert, den Rentenbeitrag ab Januar zu senken und so die Konjunktur zu stützen. Hundt schlug eine Reduzierung des Beitragssatzes von derzeit 19,9 auf 19,6 Prozent vor.
"Die Arbeitgeberverbände gaukeln den Beschäftigten milliardenschwere Entlastungen vor, leider mit ungedeckten Schecks, die letztlich zu höheren Belastungen führen", kritisierte Buntenbach. Durch eine Senkung der Rentenbeiträge bleibe für Arbeitnehmer zwar etwas mehr vom Bruttolohn übrig. Gleichzeitig müssten die Bürger aber "das Doppelt- und Dreifache privat zurücklegen, weil durch Beitragsenkungen letztlich weitere Rentenkürzungen drohen".
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