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CDU-Parteitag berät Embryonenschutz: Die Angst vor Designer-Babys

zuletzt aktualisiert: 16.11.2010 - 07:40

Karlsruhe (RPO). Die Skepsis ist groß gegenüber der Präimplantationsdiagnostik (PID). Denn sie könnte der Schaffung von Designer-Babys Tür und Tor öffnen. Doch Deutschland braucht eine Neuregelung. Daher beschäftigt sich auch die CDU auf ihrem Parteitag in Karlsruhe damit. Und die Meinungen gehen weit auseinander.

Eigentlich müsste es ganz einfach sein. Denn im drei Jahre alten Grundsatzprogramm der CDU steht es Schwarz auf Weiß: "Wir streben ein Verbot der Präimplantationsdiagnostik an." Doch so einfach ist es dann doch nicht, denn auch einige Spitzenpolitiker plädieren dafür, die PID in begrenztem Rahmen doch zu gestatten.

Hintergrund der Diskussion ist eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom Sommer. Die Richter hatten einen Arzt frei gesprochen, der mehrmals diese Diagnostik angewandt und sich selbst angezeigt hatte. Die Paare waren allesamt erheblich erblich vorbelastet.

Die Begründung des Gerichts: Die geltenden Regeln seien nicht eindeutig genug, um den Arzt zu bestrafen. Gemeint ist das deutsche Embryonenschutzgesetz von 1990, in dem das Verfahren nicht ausdrücklich geregelt wurde. Und nun muss der Gesetzgeber nachbessern.

Bei schwerer genetischer Störung

Genau das ist auch der Grund, warum sich die CDU damit auf dem Parteitag beschäftigt. Zumal sich die Stimmen mehren, die in Fällen mit schweren erblichen Vorbelastungen vorhanden sind, die Diagnostik erlauben dürfen. Das oft verwendete Argument der Befürworter lautet: Warum darf ein künstlich gezeugter Embryo nicht untersucht werden, während dies im Mutterleib erlaubt ist. Wenn dann eine schwere genetische Störung vorliegt, kann die Frau sogar abtreiben.

Bei der PID geht es konkret um die künstliche Befruchtung in Verbindung mit der Gendiagnostik. Drei Tage, nachdem mehrere Eizellen im Reagenzglas befruchtet worden sind, haben sich Embryos mit acht Zellen entwickelt. Von diesen werden dann zwei Zellen entnommen und auf ihre Erbanlagen hin untersucht. In die Gebärmutter werden dann nur die Embryonen übertragen, bei denen Chromosomenstörungen oder Mutationen mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden können.

Theoretisch aber könnte mit diesem Verfahren zum Beispiel auch das Geschlecht eines Babys bestimmt werden. Und sollte man die PID - auch in begrenztem - Umfang erlauben, steige die Gefahr, irgendwann Designerbabys zu schaffen.

Das chrsitliche Leitbild

Genau das passt aber wenig zum christlichen Leitbild der CDU, auf das sich die Partei, insbesondere die Kanzlerin in ihrer Rede, wieder verstärkt berufen will. Und der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch hat noch einmal deutlich gemacht, dass die katholische Kirche das Verfahren ablehne.

Doch nicht nur Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und Familineministerin Kristina Schröder setzen sich für die PID in begrenztem Rahmen ein, sondern auch Finanzminister Wolfgang Schäuble. Angela Merkel dagegen betonte erneut, dass sie das Verfahren ablehnt.

Dem Parteitag stehen also hitzige Diskussionen bevor. Andererseits aber zeigt die CDU damit, dass sie sich offen zeigt gegenüber neuen Entwicklungen und sie zumindest diskutiert. Ob man allerdings vom totalen Verbot abweichen wird, ist eher fraglich.

Quelle: das/csi

 
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