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  Foto: AP, AP
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Panzer nach Afghanistan: Die Bundeswehr soll aufrüsten

VON GREGOR MAYNTZ - zuletzt aktualisiert: 06.04.2010 - 21:17

Berlin (RP). Nach dem Tod von drei deutschen Soldaten mehren sich die Hinweise, wonach die Truppe in Afghanistan nicht optimal ausgebildet und ausgerüstet ist. Nach Informationen unserer Redaktion ging Einheiten während der Gefechte mit Taliban die Munition aus. Nun sollen Panzer und Kampfhubschrauber die Lage der Soldaten verbessern.

Ein Bundeswehrsoldat ist am Freitag von Taliban bei einem Manöver getötet worden, das er während der Vorbereitungen auf seinen Afghanistan-Einsatz wegen fehlender Ausrüstung in der Heimat nicht üben konnte. Die beiden anderen kamen bei Gefechten ums Leben, für die nach Einschätzung von Soldaten zu wenig Spezialisten verfügbar sind. Damit gewannen die Forderungen nach einer besseren Ausbildung und Ausrüstung der Truppe am Hindukusch neue Nahrung. Nach Informationen unserer Redaktion gab es während der Gefechte zudem Probleme, weil einzelnen Einheiten die Munition ausgegangen sein soll.

Der künftige Wehrbeauftragte Helmut Königshaus regte die Entsendung von hochmodernen Leopard-Kampfpanzern nach Kundus an. Diese böten nicht nur ausreichenden Schutz gegen Sprengfallen sondern könnten die Taliban auch mit ihrer Feuerkraft beeindrucken.

Info

Fakten zum Bundeswehreinsatz

22 Bundeswehrsoldaten sind in Afghanistan bei Kampfhandlungen ums Leben gekommen. Sie verfügen inzwischen über 970 geschützte Fahrzeuge.

Vom Sommer an bekommt der Einsatz mit dem „Partnering”-Konzept eine neue Dimension: In Begleitung afghanischer Soldaten soll die Bundeswehr in der Fläche präsent sein.

Ohne bessere Ausrüstung und Luftunterstützung erhöht sich damit die Gefahr, kritisieren Experten.

Der scheidende Amtsinhaber Reinhold Robbe verwies darauf, dass neben Transportflugzeugen auch Hubschrauber fehlten. Derzeit ist die Bundeswehr auf amerikanische Unterstützung angewiesen, wenn sie angegriffen wird und Hilfe aus der Luft benötigt. FDP-Verteidigungsexpertin Elke Hoff sagte, die Truppe benötige „unbedingt eigene Luftnahunterstützung”. Auch der Bundeswehrverband stellte die Frage, „ob nicht auch Kampfhubschrauber dahin verlegt werden müssen”.

Das Problem dabei: Die von Deutschland bestellten 80 Kampfhubschrauber „Tiger” befinden sich erst in der Auslieferung und sind in Afghanistan nicht einsatzfähig. Schon vergangenen Sommer verlangte das Verteidigungsministerium, 16 „Tiger” schnell nachzurüsten. Bis heute sind sie jedoch nicht verfügbar, während die Franzosen bereits drei nachgerüstete „Tiger” in Afghanistan haben. Die Bundeswehr hat Kampfhubschrauber vom Typ BO-105.

Robbe machte öffentlich, dass die in Afghanistan am Freitag in einen Hinterhalt geratene Fallschirmjägereinheit diejenige war, die er in seinem Jahresbericht mahnend hervorgehoben hatte, weil sie ohne Ausbildung an den gepanzerten „Dingo”-Fahrzeugen in den Einsatz geschickt worden war.

„Manche sprechen von katastrophal”, berichtet Bundeswehr-Verbandssprecher Wilfried Stolze. Die Soldaten forderten dass sie „nicht erst im Einsatzgebiet an den Fahrzeugen ausgebildet werden”. Aufsitzen und Absitzen unter Gefechtsbedingungen müssten schon in Deutschland geübt werden. Ein Soldat war am Freitag beim Absitzen getötet worden.

Vermisst werde zudem eine ausreichend starke Infanteriekomponente mit Fachkräften für den Infanteriekampf. „Die Infanterie ist im Moment die Achillesferse des Afghanistan-Einsatzes”, so Stolze. Nicht zu unterschätzen sei zudem das Psychologische. Nach der Debatte um Oberst Klein und die von ihm geforderte Bombardierung zweier Tanklaster glaubten die Taliban, dass die Deutschen nicht noch einmal Bomben werfen ließen und nutzten das aus.

Quelle: RP

 
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