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Bettina Wulff
  Foto: dpa, Jochen Lübke
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Gerüchte um frühere "First Lady": Die Chronik des Falls Bettina Wulff

zuletzt aktualisiert: 10.09.2012 - 16:00

Düsseldorf (RPO). Dem kometenhaften Aufstieg folgte ein tiefer Sturz: An der Seite ihres Mannes hatte es Bettina Wulff zur "First Lady" in Deutschland gebracht. Doch dann kam Wulffs Rücktritt als Bundespräsident. Und immer wieder diese Gerüchte über ihr angebliches Vorleben. Bettina Wulff versucht nun den Neustart. Eine Chronik.

Die Bundesbürger mochten sie von Beginn an. Bettina Wulff (38) war die jüngste unter den deutschen Präsidenten-Gattinnen. Sie wirkte modern – Tattoo auf dem Oberarm, Patchwork-Familie mit Spielecke im Schloss. Das kam gut an bei den Deutschen. In Umfragen war sie oftmals beliebter als ihr Gatte, der vielen zu technokratisch und hölzern daherkam.

Vor über sechs Jahren lernten sich Bettina Körner, wie sie damals noch hieß, und Christian Wulff bei einer Wirtschaftsreise in Südafrika kennen. Wulff war 2004 in Afrika als niedersächsischer Ministerpräsident unterwegs, Körner in Berater-Funktion ihrer PR-Agentur.

Gerüchte aus CDU-Kreisen?

Zwei Jahre später zeigten sich Christian Wulff und Bettina Körner erstmals gemeinsam in der Öffentlichkeit. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, sollen in dem selben Zeitraum CDU-Kreise bereits Gerüchte gestreut haben, wonach Bettina Wulff im Rotlicht-Millieu tätig gewesen sein soll. Hintergrund waren offenbar Grabenkämpfe in der Landes-CDU, die zum Ziel hatten, Christian Wulff zu schaden.

Nachdem beide im März 2008 geheiratet hatten, Horst Köhler als Bundespräsident im Juni 2010 zurückgetreten war und Christian Wulff als Nachfolger gehandelt wurde, rückte das Ehepaar auch bundespolitisch in den Fokus.

Günther Jauch greift Thema auf

Die Gerüchte konzentrierten sich fortan auf Blogs. Bettina Wulff war zunächst nicht gegen die Meldungen im Internet vorgegangen, um ihnen nicht mit einer Stellungnahme mehr Gewicht zu verleihen. Das berichtet die "SZ".

Im Dezember des vergangenen Jahres griffen unterschiedliche Medien im Zuge der Affäre ihres Mannes die Gerüchte erneut auf. So zitierte TV-Talker Günther Jauch in seiner Sendung am 18. Dezember einen Artikel der "Berliner Zeitung", in dem behauptet wurde, die "Bild"-Zeitung würde entsprechende Informationen nur auf Weisung von ganz oben zurückhalten.

Klage gegen Google und Jauch

Nur zwei Monate darauf trat Christian Wulff von seinem Amt des Bundespräsidenten zurück, und die Gerüchte wurden erneut gestreut. Am 7. September reicht Bettina Wulff beim Hamburger Landgericht schließlich Klage auf Unterlassung gegen den Internetgiganten Google und den TV-Moderator Günther Jauch ein.

Nun wagt Bettina Wulff offenbar den Neustart – mit einer eigens gegründeten PR-Agentur und der vorgezogenen Veröffentlichung ihres eigentlich erst für November angekündigten Buches "Jenseits des Protokolls". Darin berichtet sie unter anderem über die Wochen vor dem Rücktritt ihres Mannes Christian Wulff vom Amt des Bundespräsidenten.

Bettina Wulff bringt Buch heraus

Unter der Überschrift "Die Gerüchte" geht Bettina Wulff auch auf die Gerüchte ein, sie habe vor ihrer Ehe im Rotlicht-Milieu gearbeitet. Das Einschreiten von Bettina Wulff gegen die Rotlicht-Gerüchte kurz vor Erscheinen ihres Buches hat für den Deutschen Journalisten-Verband einen Beigeschmack.

"Der zeitgleiche Verkaufsstart ihres Buches nährt den Verdacht einer PR-Kampagne mit dem Ziel, Aufmerksamkeit zu erregen", sagte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken am Montag in Berlin laut Mitteilung.

Es sei "diskussionswürdig", dass Bettina Wulff ihre Persönlichkeitsrechte erst mehr als ein halbes Jahr nach dem Rücktritt ihres Mannes vom Amt des Bundespräsidenten gegenüber zahlreichen Medien geltend mache. Ihr Buch "Jenseits des Protokolls" ist vereinzelt bereits im Handel.

Quelle: RP/rpo/mit Agenturmaterial/nbe/das

 
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