kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Halbzeit-Bilanz: Die Große Koalition - wer mag wen?

VON MICHAEL BRÖCKER - zuletzt aktualisiert: 21.12.2007 - 08:14

Berlin (RPO). Nach zwei Jahren gemeinsamer Regierungsarbeit sind die persönlichen Beziehungen zwischen vielen Spitzenpolitikern von SPD und Union vertrauensvoll geworden. Einige alte Feindschaften haben dennoch überlebt.

Es war offenbar wieder an der Zeit, dass die bekanntesten schwarz-roten Freunde in der großen Koalition einschreiten. Nach Querelen um Erbschaftsteuer, Menschenrechte und Mindestlohn setzte SPD-Fraktionschef Peter Struck mit seinem „Duzfreund“ Volker Kauder (CDU) einen gemeinsamen Brief an „alle Mitglieder der Koalitionsfraktion“ auf. Darin: ein staatstragender und mit viel Harmonie-Rhetorik versehener „Wir-stehen-zusammen“-Aufruf, der ausnahmsweise auch von CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer unterschrieben wurde.

„Wir haben ein erfolgreiches Jahr hinter uns“, heißt es in dem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt. „Die Zusammenarbeit zwischen den Fraktionen ist verlässlich“. Alle Beteiligten sollten „aus differierenden Standpunkten das Gemeinsame herausfiltern“ und „entschlossen die Arbeit bis 2009“ fortsetzen.

Aus Gegnern wurden Freunde

Große Gefühle in der großen Koalition. Dafür eignen sich Struck und Kauder ideal. Die mächtigen Freunde stehen exemplarisch für persönliche Bande zwischen Spitzenpolitikern beider Parteien. In zwei Jahren ist aus politischer Gegnerschaft, deren Protagonisten sich genüsslich mit Häme überschütteten, vielfach Eintracht geworden.

Auch Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) gehören dazu. Die Pioniere der schwarz-roten Bündnisse auf persönlicher Ebene lernten sich schon unter Rot-Grün kennen und schätzen. Damals arbeiteten beide Vorschläge zum Subventionsabbau aus. Nun führten sie widerstreitende Wünsche aus Union und SPD zum Kompromiss bei der Erbschaftsteuer. Bund-Länder-Themen spricht Steinbrück schon mal direkt mit Koch ab, bevor er sich mit SPD-Experten austauscht.

Auch die Kanzlerin harmoniert mit einigen „Roten“. Das Verhältnis zum neuen Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) sei „bestens“, heißt es aus Regierungskreisen. Die Kanzlerin schätze die „Geradlinigkeit und den Fleiß“ des Hamburgers. Merkel kann aber auch mit Peter Struck, den schon Helmut Kohl als seinen „Lieblings-Sozi“ bezeichnete.

Man kennt sich und duzt sich

Überraschend gut kommt der Beinahe-Geschäftsführer der Arbeitgeberverbände, CDU-Fraktionsgeschäftsführer Norbert Röttgen, mit der Frontfrau der SPD-Linken, Andrea Nahles, klar. Die beiden sind heimatlich verbunden, Röttgen kommt aus dem Voreifel-Städtchen Meckenheim, Nahles’ Wahlkreisbüro steht nur 49 Kilometer weiter südlich, in Andernach. Man kennt sich. Und duzt sich.

Mehr zum Thema

Harmonie allenthalben? Nicht ganz. Einige alte Feindschaften haben überlebt. Wer SPD-Parteichef Kurt Beck auf CDU-Familienministerin Ursula von der Leyen anspricht, erntet grimmige Blicke. Beck hat der selbstbewussten Ministerin nie verziehen, dass sie ihr Milliardenprogramm für den Ausbau der Kinderbetreuung ohne Rücksprache mit Kabinettskollegen an die Öffentlichkeit brachte. „Wäre ich Kanzler gewesen, hätte ich sie rausgeschmissen“, soll Beck in kleiner Runde gesagt haben. Und seit der „Spiegel“ Angela Merkel mit dem Satz zitierte, Becks aufbrausende Art sei „etwas unangenehm“, gilt das Verhältnis zwischen SPD-Chef und CDU-Kanzlerin als angespannt.

Michael Glos ist der "Kumpeltyp"

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) kann wiederum Roland Koch nicht leiden. „Unerträglich“ nannte der Vize-Kanzler Kochs Äußerungen zur Außenpolitik. Kein Wunder, dass Steinmeiers Sympathie für den Koch-Intimus im Kabinett, Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (CDU), ebenfalls begrenzt ist.

Ein Unions-Minister gilt indes als parteiübergreifend beliebt. CSU-Wirtschaftsminister Michael Glos ist der „Kumpeltyp“ der Bundesregierung. Den hat jeder gern. „Der ist witzig“, sagt einer aus der SPD. „Und ungefährlich.“


 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Der Bundespräsident fordert die israelische Regierung auf, in der Siedlungspolitik ein konstruktives Zeichen für die Palästinenser zu setzen ... mehr 

Mubarak spottet über neue Politikergeneration

Ägyptens Ex-Präsident

Mubarak spottet über Politiker

Mit Hohn und Spott verfolgt Ex-Präsident Husni Mubarak die neue Generation ägyptischer Politiker. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Ägyptens Ex-Präsident

Mubarak spottet über Politiker

Warum Hollande Syrien mit Militär droht

Präsident im Kriegsmodus

Schmutz-Wahlkampf in den USA

Obama macht Romney zum Vampir

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Italien: Frau lebend aus Trümmern gezogen

Das Beben in Norditalien war am Dienstagabend schon 12 Stunden her, da gab es eines dieser kleinen Wunder, auf die die Menschen in den ... mehr 

Bundespräsident Gauck in Israel

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Der Bundespräsident fordert die israelische Regierung auf, in der Siedlungspolitik ein konstruktives Zeichen für die Palästinenser zu setzen. Seine zweifelnden Äußerungen über das Einstehen Deutschlands für Israel im Ernstfall sorgen für Aufregung. VON Birgit Marschall  mehr

 

Schröder hält am Krippenausbau fest

"Wir dürfen die Eltern nicht enttäuschen"

 

Ministerin will auf Uni-Bewertung warten

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

 
 

Streitpunkt Vorratsdaten

EU-Kommission wird Deutschland verklagen

 

Merkel nur noch knapp vorn

Kraft stürmt die Beliebtheits-Charts

Top-Services