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Ex-Grünen-Abgeordneter tritt in die Partei ein: Die Linke jetzt auch im NRW-Landtag

zuletzt aktualisiert: 23.10.2007 - 14:49

Düsseldorf (RPO). In Juni war er bei den Grünen in Nordrhein-Westfalen ausgetreten. Jetzt verkündet der Landtagsabgeordnete Rüdiger Sagel, er wolle sich der Linkspartei anschließen. Weil er sein Abgeordneten-Mandat behalten will, zieht Die Linke damit jetzt in den Düsseldorfer Landtag ein. Die Aufregung ist groß.

Zur Begründung erklärte der 52-Jährige am Dienstag in Düsseldorf, die Linke sei "die treibende Kraft für bessere Lebensbedingungen für die Menschen in unserem Land". Zugleich lehnte Sagel Forderungen der Grünen ab, sein Landtagsmandat zurückzugeben.

Die Grünen hätten "ihre politische Richtung in den vergangenen beiden Jahren deutlich verändert", sagte Sagel der Nachrichtenagentur AFP. "Ich habe meine politische Linie nicht verändert, und dafür bin ich von den Wählern auch gewählt worden."

Im Gegenzug nannte die Grünen-Landesspitze Sagels Eintritt in die Linke "eine linke Mogelpackung auf grünem Ticket". "Deshalb fordern wir ihn auf, umgehend sein Mandat zurückzugeben, das er bei der Landtagswahl über die grüne Liste bekommen hat", erklärten die Grünen-Landeschefs Daniela Schneckenburger und Arndt Klocke. Auch der Parlamentarische Grünen-Geschäftsführer Johannes Remmel nannte es "Betrug an den Wählern", wenn Sagel "nun einer Partei, die nicht in den Landtag gewählt wurde, auf Umwegen ein Landtagsmandat zuschustert".

Sagel hatte Mitte Juni seinen Austritt bei den Grünen erklärt. Die Linke trete "glaubwürdig für soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und eine solidarische Gesellschaft der Chancengleichheit ein", bescheinigte der Landtagsabgeordnete aus Münster der neuen Partei, die sich in Nordrhein-Westfalen erst am vergangenen Wochenende gegründet hatte. Sagel fügte hinzu, die Linke habe politische Ziele und Werte, "für die ich mich immer eingesetzt habe und die ich weiter vertreten werde".

FDP-Landesgeneralsekretär Christian Lindner kritisierte ebenfalls, Sagel verschaffe "einer politischen Sekte jetzt Zugang zur Landespolitik". Die nordrhein-westfälische FDP werde "bis zur nächsten Landtagswahl dafür kämpfen, dass es lediglich ein Gastspiel der SED-Nachfolger und Wirklichkeitsverweigerer bleiben wird".

Quelle: afp

 
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