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Netzaktivisten-Paar Domscheit-Berg
"Die Piraten sind längst eine Volkspartei"

Netzaktivisten-Paar Domscheit-Berg: "Die Piraten sind längst eine Volkspartei"
Anke und Daniel Domscheit-Berg sind erst vor kurzem in die Piratenpartei eingetreten. FOTO: dpa, Nestor Bachmann
Berlin. Die Netzaktivisten Anke und Daniel Domscheit-Berg sind kürzlich in die Piratenpartei eingetreten. Anke Domscheit-Berg, die sich für mehr Transparenz in Regierung und Verwaltung einsetzt, erwägt eine Kandidatur für den Bundestag.

Die Netzaktivisten Anke und Daniel Domscheit-Berg erwarten, dass sich die Piratenpartei dauerhaft im deutschen Parteiensystem etablieren wird. "Was die Vertretung der Bürgerinteressen betrifft, sind die Piraten längst eine Volkspartei", sagten beide in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Die Domscheit-Bergs sind im Mai in den Landesverband Brandenburg der Piratenpartei eingetreten.

"Wir entwickeln uns in eine anders strukturierte Gesellschaft. Die Piraten haben wichtige Teile der nötigen Veränderungen verstanden - im Gegensatz zu den etablierten Parteien", sagte Daniel-Domscheit Berg, der sich bis zu einem Zerwürfnis mit Julian Assange im Herbst 2010 bei der Enthüllungsplattform Wikileaks engagiert hatte.

Seine Ehefrau Anke nannte als Beispiel die Bedeutung von Bildung, den gleichberechtigten Zugang zu Wissen sowie Chancengleichheit auch für sozial benachteiligte Menschen. "Ob es Migranten sind oder Hartz-IV-Empfänger, wer vertritt die denn noch? Die SPD mit ihrer Agenda 2010? Für die Zukunft brauchen wir jeden, und dafür müssen wir die Rahmenbedingungen schaffen", forderte die 44-Jährige.

Die Piratenpartei stehe auch für mehr Bürgerpolitik und Transparenz in Politik und Verwaltungen. "Die Piraten beschäftigen sich mit einigen strategischen Stellschrauben von denen wir denken, dass sie für eine zukünftige gesunde Entwicklung unserer Demokratie extrem wichtig sind", sagten beide an ihrem Wohnort in Fürstenberg/Havel.

Wichtiges politisches Ziel für mehr Chancengleichheit sei das bedingungslose Grundeinkommen für jeden Bürger. "Ich kann doch nicht als Hartz-IV-Empfänger mein Leben lang, alle paar Wochen immer wieder rechtfertigen müssen, warum ich immer noch keine Arbeit gefunden habe. Man muss das so definieren, dass alle dabei sind, und sich keiner ausgeschlossen fühlt", forderte Anke Domscheit-Berg.

Das funktioniere natürlich nur, wenn Arbeitslosen nicht weiter suggeriert werde, ein unwerter Teil der Gesellschaft zu sein, ergänzte ihr Mann. "Vollbeschäftigung im Sinne klassischer Lohnarbeit wird es ohnehin nicht mehr geben. Wer will das denn auch überhaupt?" Vielmehr diene der technologische Fortschritt doch auch dazu, uns von sinnloser Arbeit zu befreien. "Ich muss doch eigentlich jedem Roboter, der Menschen von sinnlosen Tätigkeiten befreit, ihnen mehr Freiräume für Familie, Gemeinschaft und Interessen verschafft, dankbar sein", meinte der 34-jährige Informatiker.

Seine Frau erwägt eine Kandidatur für die Bundestagswahl 2013. "Bis zum Herbst muss ich mich entscheiden. Grundsätzlich kann ich mir vorstellen, für die Piraten in die Politik zu gehen."

(dpa)
 
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