Frank-Walter Steinmeier ist seit Samstag offiziell Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Bundestagswahl im September 2009. Er ist der zehnte Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten seit der ersten Bundestagswahl im Jahr 1949. Hier könne Sie nachlesen, wer die anderen neun waren...
1949: Bei der ersten Bundestagswahl trat Kurt Schumacher als Spitzenkandidat der Sozialdemokraten an. Er musste sich CDU-Spitzenmann Konrad Adenauer geschlagen geben.
1953: Bei der zweiten Wahl ging Erich Ollenhauer für die SPD ins Rennen, der den Parteivorsitz 1952 nach dem Tod Schumachers übernommen hatte. Auch er unterlag Adenauer.
1957: Auch im zweiten Anlauf scheiterte Ollenhauer an Adenauer. Diesmal erzielte die CDU/CSU sogar die absolute Mehrheit.
1961: Neuer Hoffnungsträger der SPD war Berlins Regierender Bürgermeister Willy Brandt, auch wenn Ollenhauer noch bis 1964 Parteichef blieb. Tatsächlich erzielte die SPD Stimmengewinne, doch blieb die CDU/CSU - ein letztes Mal mit Adenauer - vorn.
1965: Im zweiten Anlauf musste Brandt, seit 1964 Parteichef, sich Ludwig Erhard geschlagen geben. Da die Koalition von CDU/CSU und FDP aber im Jahr darauf zerbrach, konnte Brandt in der ersten großen Koalition unter Kurt Georg Kiesinger (CDU) als Außenminister und Vizekanzler für die SPD in die Regierung einziehen.
1969: Drei Jahre darauf blieb die CDU/CSU unter Kiesinger zwar stärkste Kraft im Parlament, doch erzielte Brandts SPD gemeinsam mit ihrem neuen Partner FDP eine hauchdünne Mehrheit. Brandt wurde mit der sozialliberalen Koalition erster Bundeskanzler der SPD.
1972: Brandt konnte seine Kanzlerschaft gegen seinen CDU-Konkurrenten Rainer Barzel verteidigen. Die SPD wurde erstmals stärkste Partei im Bundestag. 1974 stolperte Brandt jedoch über die Guillaume-Spionageaffäre und wurde als Kanzler von Helmut Schmidt abgelöst. Brandt bleibt aber bis 1987 SPD-Chef.
1976: Schmidt wurde bei der Bundestagswahl zwar bestätigt. Die CDU/CSU mit ihrem Spitzenkandidaten Helmut Kohl wurde aber wieder stärkste Kraft im Bundestag.
1980: Ein zweites Mal setzte sich Schmidt gegen CSU-Chef Franz Josef Strauß durch. Allerdings wechselte die FDP 1982 die Seiten und wählte Kohl zum Kanzler der neuen Koalition aus CDU/CSU und FDP.
1983: SPD-Fraktionschef Hans-Jochen Vogel war bei den daraufhin angesetzten vorgezogenen Neuwahlen gegen Kohl chancenlos. Die SPD ging an der Seite der neu ins Parlament eingezogenen Grünen in die Opposition.
1987: Auch der populäre NRW-Ministerpräsident Johannes Rau konnte das Blatt für die SPD nicht wenden. Kohl blieb im Amt. Vogel wurde SPD-Parteichef.
1990: Das nächste Mal schickte die SPD Saar-Ministerpräsident Oskar Lafontaine ins Rennen. Kohl behielt jedoch in den stark von der Euphorie über die deutsche Einheit geprägten Wahlen klar die Nase vorn.
1994: Unter Rudolf Scharping, seit 1993 Parteichef, kam die SPD dicht an ihr Ziel der erneuten Regierungsübernahme heran. Die CDU/CSU/FDP-Koalition konnte jedoch knapp ihre Mehrheit verteidigen. 1995 verlor Scharping den Parteivorsitz an Lafontaine.
1998: Dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder gelang es, Kohl nach 16 Jahren aus dem Kanzleramt zu verdrängen und mit Unterstützung der Grünen der zweite SPD-Kanzler der Bundesrepublik zu werden. Nach dem Rücktritt Lafontaines 1999 von allen Ämtern wurde Schröder auch Parteichef.
2002: Angesichts einer massiven Wirtschaftskrise wurde es für Schröder knapp. Entgegen manchen Voraussagen ging er aus der Wahlauseinandersetzung mit CSU-Chef Edmund Stoiber, der für die Union antrat, aber noch einmal als Sieger hervor.
2005: Drei Jahre später machte Schröder nach schweren Niederlagen der SPD bei Landtagswahlen den Weg für vorgezogene Neuwahlen frei. Als SPD-Spitzenkandidat unterlag er jedoch CDU-Chefin Merkel. Den Parteivorsitz hatte er schon 2004 an Franz Müntefering abgegeben. Dessen Nachfolger wurden 2005 erst Matthias Platzeck und dann 2006 Kurt Beck, dem nun wieder Müntefering nachfolgen wird.