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1339 Milliarden Dollar Militärausgaben
Die Welt rüstet auf
Welche Länder die Atombombe haben
Welche Länder die Atombombe haben FOTO: ddp
Bonn (RPO). Die Staaten der Welt investieren verstärkt in Waffen. Die Ausgaben für Militär und Verteidigung haben sich einer Studie zufolge weltweit auf insgesamt 1339 Milliarden Dollar erhöht. Einsam an der Spitze der Rangliste stehen die USA, gefolgt von China, Russland und Indien. Aber auch Deutschland hat seine Ausgaben erhöht. Die Forscher zeigen sich besorgt.

Der Trend zu Aufrüstung hat sich nach dem Bericht des Internationalen Konversionszentrums Bonn (BICC) auch 2007 fortgesetzt. Der Mitte der 90er Jahre einsetzende Trend zur Hochrüstung im konventionellen Bereich sei ungebrochen, heißt es in dem am Donnerstag in Bonn veröffentlichten Jahresbericht der Friedensforscher. Auch in der Bundesrepublik hätten der Verteidigungsetat und die Rüstungsexporte einen neuen Höchststand erreicht. Als Besorgnis erregend bezeichnete BICC-Direktor Peter J. Croll, dass die Schere zwischen Militär- und Entwicklungshilfeausgaben sich immer weiter öffne.

Nach Angaben der Friedensforscher beliefen sich die weltweiten Rüstungsausgaben 2007 auf insgesamt 1.339 Milliarden US-Dollar. Das ist eine Zunahme um sechs Prozent gegenüber 2006 und um 45 Prozent seit 1998.

Einsame Spitze waren dabei die USA, die mit 580 Milliarden Dollar rund 45 Prozent der gesamten Ausgaben bestritten. Croll verwies darauf, dass der Haushalt des Pentagon für 2009 der größte seit Ende des Zweiten Weltkrieges sei und damit höher liege als zu jedem Zeitpunkt des Kalten Krieges. Auch unter Präsident Barack Obama sei für 2010 eine weitere Steigerung um vier Prozent vorgesehen.

In der Rangliste folgen auf die USA China mit 140 Milliarden, Russland mit 78,8 Milliarden, Indien mit 72,2 Milliarden und Großbritannien mit 54,7 Milliarden US-Dollar. Hohe Zuwachsraten verzeichnen laut BICC auch Schwellenländer im asiatischen Raum wie etwa Indonesien und Malaysia.

Laut Jahresbericht legte auch der Verteidigungsetat der Bundesrepublik seit 2006 kontinuierlich zu. Nach einer Steigerung um 1,7 Milliarden Euro von 2008 auf 2009 habe er nun mit rund 31,2 Milliarden Euro einen neuen Höchststand erreicht, sagte der Projektleiter Rüstungsdaten, Marc von Boemcken. 5,3 Milliarden Euro seien dabei für die Beschaffung neuer Waffensysteme vorgesehen, ein Plus von 25 Prozent gegenüber 2007.

Nach der vom Bundestag beschlossenen Verstärkung der deutschen Truppen in Afghanistan auf 4.500 Mann sei davon auszugehen, dass auch die Ausgaben für Auslandseinsätze der Bundeswehr, die sich 2007 auf 911 Millionen Euro beliefen, in den kommenden Jahren weiter steigen.

Auch beim Thema Waffenhandel gehört Deutschland laut BICC-Bericht zu den weltweit führenden Nationen. Laut dem letzten Rüstungsexportbericht der Bundesregierung belief sich der Gesamtwert der erteilten Ausfuhrgenehmigungen auf 8,7 Milliarden Euro, was einen Anstieg um eine Milliarde Euro gegenüber 2006 bedeutet. Der Wert von genehmigten Rüstungslieferungen in Länder, die mindestens vier der EU-Kriterien für Rüstungsexportkontrolle nicht erfüllen, hat ist nach Angaben von BICC von 157,7 Millionen im Jahr 2006 auf 203,4 Millionen gestiegen. "Zu den problematischsten Empfängerländern gehören hier vor allem Oman, Ägypten und Angola", betonte von Boemcken. Er verwies auch auf bedenkliche Lieferungen nach Pakistan (163,8 Millionen Euro), Singapur (126,3 Millionen Euro), Indien (89,9 Millionen Euro) und Malaysia (80,4 Millionen Euro).

Nach Angaben der Friedensforscher entfielen fast 70 Prozent der weltweiten Militärausgaben - also etwa 920 Milliarden US-Dollar - auf die 30 Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Dagegen wendeten diese Staaten im gleichen Jahr nur knapp über 100 Milliarden US-Dollar für die Entwicklungszusammenarbeit auf. "Das Verhältnis zwischen Investitionen in die Rüstung und denen in die Entwicklung liegt bei 9 zu 1. Diese Schere, die in den letzten Jahren immer weiter auseinander gegangen ist, ist besorgniserregend", kritisierte Croll.

cas/

Quelle: KNA
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