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Landtagswahlen
"Das Schwein kann man nicht genug strafen" – diese AfD-Politiker haben es in den Landtag geschafft

Diese AfD-Politiker haben es tatsächlich in den Landtag geschafft
Uwe Junge findet, dass die Lebensleistung von kinderlosen Frauen "gleich null" ist. Bald sitzt er für die AfD im Landtag von Rheinland-Pfalz. FOTO: dpa, ua cul
Düsseldorf. Schüler schlagen? Nicht so schlimm. Muslime? Keine normalen Deutschen. Kinderlose Frauen? Nein, danke – einige AfD-Politiker, die in den neuen Landtagen sitzen werden, haben via Facebook bedenkliche Aussagen geliefert. Von Sebastian Dalkowski

Vor einigen Tagen haben wir einen Artikel veröffentlicht, in dem wir uns die Facebook-Aussagen von AfD-Landtagskandidaten angesehen haben. Einige dieser Politiker haben es trotz bedenklicher Postings tatsächlich in die Landtage geschafft – eine Übersicht.

Das Schwein soll leiden!

Ulrich Siegmund von der AfD Sachsen-Anhalt zieht über die Landesliste in den Landtag ein. Mal sehen, ob er sich dort für eine härtere Bestrafung von Tierquälern einsetzt wie bei Facebook. Dort forderte er für eine Person, die einen Schäferhund am Rande eines Gewerbegebietes angebunden hatte, bis dieser verendet war: "Erschießen wäre zu soft... Das Schwein kann man nicht genug strafen." Mittlerweile ist der Kommentar gelöscht worden. Genauso wie der, in dem er begründet, warum Mindestlohn "vollkommender Quatsch" ist: "Der Markt reguliert sich doch selbst, würde es nicht so viele Menschen geben die für so wenig Geld arbeiten, dann bräuchte man darüber gar nicht diskutieren." Dass die Leute aber auch einfach für so wenig Geld arbeiten...

FOTO: Screenshot Facebook

Das bisschen Gewalt

Volker Olenicak darf sich Rekordhalter nennen. 33,4 Prozent holte er in seinem Wahlkreis Bitterfeld (Sachsen-Anhalt). Einen besseren Prozentwert hat bei Landtagswahlen noch kein anderer AfD-Politiker erreicht. Alle Schüler sollten jetzt aufpassen: Ein Video, das einen Lehrer aus dem Nahen Osten zeigt, wie dieser seine Schüler mit einem Stock auf die Hand schlägt, kommentierte Olenicak im Oktober 2014 mit den Worten: "Sieht hart aus aber ermöglicht in Zukunft sicher ein erträglichen Schulalltag. PS : intelligenten Schülern passiert das nicht jeden Tag." Na dann ist ja alles gut.

FOTO: Screenshot Facebook

Nichtsnutze verjagen!

Man kann nicht sagen, dass die AfD dem Islam prinzipiell freundlich entgegentritt. Aber einige von ihnen wehren sich doch etwas vehementer als andere. Oliver Kirchner aus Sachsen-Anhalt, der am Sonntag seinen Wahlkreis gewann, formulierte 2014: "Der Islam hat eigentlich recht wenig mit einer Religion gemeinsam.Viel mehr ist es eine Steinzeitkultur aus dem 6 Jahrhundert nach Christus.Über 100 mal Tötungsabsichten im Koran zeigen welch Geistes Kind diese Fehlgeleiteten sind.Diese Nichtsnutze mit ihren Koranständen sollte man aus den Innenstädten verjagen so wie es die Bhuddisten in Myanmar tun!" Diesen Kommentar setzte er übrigens unter einen Post von Jürgen Elsässer, dem Chefredakteur des Politmagazins "Compact", das eine Heimat für Rechtspopulisten und Verschwörungstheoretiker ist.

FOTO: Screenshot Facebook

Mädels, essen!

Nach den Vorfällen an Silvester in Köln entdeckte auch die AfD das Thema Frauenrechte für sich. Dr. Hans-Thomas Tillschneider, der durch den Gewinn des Direktmandats in den Landtag Sachsen-Anhalts zieht, hat sich auch nicht immer so ganz arg für die Gleichberechtigung der Frau eingesetzt. Als Radio Leipzig 2013 die schönste Leipzigerin suchte, sah Tillschneider ganz genau hin und schrieb: "Also ich habe das Fleisch beschaut und goutiert, wo es etwas zum Goutieren gab! Generell könnten die Mädels etwas mehr auf den Rippen haben." Wer am Sonntag ganz genau hinsah, der konnte Tillschneider im Fernsehen auf der AfD-Wahlparty in Sachsen-Anhalt neben Götz Kubitschek stehen sehen. Kubitschek gilt als einer der führenden Köpfe der Neuen Rechten.

Kinderlose Frauen? Wertlos!

Uwe Junge steht als Spitzenkandidat der AfD Rheinland-Pfalz auf Platz 1 der Landesliste und ist damit sicher im neuen Landtag. Mal sehen, wie er der alten und voraussichtlichen neuen Ministerpräsidentin Malu Dreyer begegnen wird. Denn die ist kinderlos, und mit kinderlosen Frauen kann Junge nicht viel anfangen, geht man nach einem Facebook-Eintrag vom November 2014. Damals sah er sich die Talkshow mit Maybritt Illner an und echauffierte sich: "Da diskutieren drei Frontfrauen über Zukunft und Rente und haben alle drei kein einziges Kind zur Welt gebracht! Was für eine Anmaßung! Die Lebensleistung dieser Damen ist gegenüber der Gesellschaft gleich null!"

FOTO: Screenshot Facebook

Extremisten erkennt man am Namen

Matthias Joa (AfD Rheinland-Pfalz, Platz 7 auf der Landesliste) hat ja gar nichts gegen Ausländer, aber... Im Oktober 2014 verbreitete er seine Sicht der Dinge: "Es sind weder Italiener, Polen, Spanier oder sonstige Völker, die mit uns kulturell vergleichbar sind. Probleme gibt es fast immer nur mit Zuwanderung aus dem islamischen Kulturkreis. Dies gilt natürlich nicht für alle. Aber die Probleme sind dort am größten."

Joa hat noch andere bemerkenswerte Dinge zu sagen. So erklärte er einer amerikanischen Kongressabgeordneten, woran sich islamische Extremisten erkennen lassen: "The threat to the us are not people with names like 'Klaus Müller' or 'Max Meier'. Many of this extremit guys could be detected by their names." Aber nicht nur Terroristen, auch Muslime im Allgemeinen sind ihm nicht so geheuer: "In germany, many of them live separated from the 'normal' Germans".

Und Schuld am Flüchtlingsstrom ist natürlich nur eine: Angela Merkel. "Merkel hat die Leute mit voller Absicht hierhergelockt!", tönt er bei Facebook.

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