Der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Stefan Mappus, geht zum Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck. Der 45-jährige wechsele zum 1. September in das Unternehmen, sagte ein Firmensprecher. Er werde eine Führungsfunktion im Ausland übernehmen. Mit dem Wechsel in die Wirtschaft ist Mappus in guter Gesellschaft. Wir haben einige Politiker zusammengestellt, die einen ähnlichen Weg gegangen sind.
Zuletzt hat auch Hessens Ministerpräsident Roland Koch seinen Rückzug aus der Politik bekanntgegeben. Er baggert nicht mehr um Wählerstimmen, sondern führt seit Juli den Baukonzern Bilfinger Berger.
Joschka Fischer, früher Außenminister, vertritt inzwischen die Interessen von Konzernen wie Siemens, BMW und RWE. Allerdings machte der Grünen-Politiker dazwischen eine lange Pause.
Der gescheiterte Ex-Ministerpräsident Thüringens, Dieter Althaus (CDU), wurde Cheflobbyist des Autozulieferers Magna – öffentlich spielt er aber keine Rolle mehr.
Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist unter anderem Aufsichtsratsvorsitzender einer Gazprom-Tochter.
Wohl erfolgreichster Seitenwechsler in Deutschland war Ex-Bundeswirtschaftsminister Werner Müller: Der SPD-Sympathisant wurde nach dem Ausscheiden aus dem rot-grünen Kabinett hoch bezahlter Chef der Ruhrkohle AG und formte diese zum breit beachteten Mischkonzern Evonik um.
Wolfgang Clement, Ex-Bundeswirtschaftsminister, wurde im Dezember 2005 in den Aufsichtsrat des Dienstleistungskonzerns Dussmann berufen. Außerdem sitzt er im Aufsichtsrat der Versatel AG.
Berlins ehemaliger Finanzsenator Thilo Sarrazin gab zum 30. April 2009 sein Amt auf, um in den Vorstand der Bundesbank zu wechseln. Früher war der streitbare SPD-Politiker bereits bei der Deutschen Bahn beschäftigt.
Der frühere Fraktionsvorsitzende von CDU/CSU, Friedrich Merz, wurde Partner der internationalen Anwaltssozietät Kanzlei Mayer Brown LLP, wo er sicher mehr als 300.000 Euro im Jahr verdient.
Otto Wiesheu einst bayerischer Wirtschaftsministers, trat 2005 in den Vorstand der Deutschen Bahn ein. Kritiker monierten, der CSU-Politiker habe bei den Koalitionsverhandlungen die Trennung von Netz und Verkehr mit ausgehandelt und wenige Wochen später auf der anderen Seite gesessen.
Alfred Tacke, Staatssekretär an Müllers Seite, genehmigte im Streit um die Genehmigung der Ruhrgas-Übernahme durch E.ON die Fusion gegen die Bedenken des Kartellamts per Ministererlaubnis. Dann wurde er Chef einer RAG-Tochter.
Den zweitgrößten Erfolg als Wechsler hat Matthias Wissmann (CDU): Am 1. Juli 2007 wurde der Ex-Verkehrsminister Präsident des mächtigen Verbandes der Deutschen Autoindustrie (VDA).
Staatsministerin Hildegard Müller(CDU) wird wechselt zum Energieverband BDEW.
Die Staatsministerin a. D. Cornelia Yzer (CDU) ist seit 1997 Geschäftsführerin des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller.
Lothar Späth, einst baden-württembergischer Ministerpräsident, musste 1991 wegen der "Segeltörn"-Affäre zurücktreten, machte ein halbes Jahr später aber schon als Geschäftsführer bei der Jenoptik GmbH in Jena fest. Im Mai 2005 wurde er Chef der US-Investmentbank Merrill Lynch in Deutschland.