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Thüringens Ministerpräsident: Dieter Althaus bei Skiunfall schwer verletzt

zuletzt aktualisiert: 01.01.2009 - 21:20

Graz (RPO). Der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) hat bei einem Skiunfall in Österreich schwere Kopfverletzungen erlitten und liegt auf der Intensivstation. Er stieß am Neujahrstag in der Obersteiermark mit einer 41 Jahre alten Skitouristin zusammen, die nach dem Unglück auf dem Weg ins Krankenhaus starb. Ein Regierungssprecher in Erfurt bestätigte den Unfall und erklärte, Althaus sei derzeit nicht in Lebensgefahr.

Althaus erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und befindet sich derzeit im künstlichen Koma, wie der behandelnde Arzt Christoph Kollersbeck im Kardinal Schwarzenberg'schen Krankenhaus Schwarzach im Pongau sagte. Der Patient habe auch eine kleine Hirnblutung. "Lebensgefahr besteht derzeit nicht", sagte auch Kollersbeck. Am Freitag solle entschieden werden, ob man Althaus aufwachen lassen könne. Zuvor solle anhand einer Computertomografie geklärt werden, ob sich die Blutungen verstärkt hätten und sich möglicherweise ein Hirnödem gebildet habe, sagte Kollersbeck der "Thüringer Allgemeinen".

Diese Aufnahme aus dem Jahr 2003 zeigt Althaus beim Schlittschuhfahren in der Eishalle von Sonnenberg. Der Politiker gilt als aktiver Sport-Fan. Foto: AP, AP

Der Unfall ereignete sich laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA auf der Riesneralm (Bezirk Liezen) in der Obersteiermark gegen 14.45 Uhr an der Kreuzung von zwei Abfahrten. Beide Verletzten wurden von Rettungskräften zur Talstation gebracht und dort vom Team des Rettungshubschraubers übernommen.

Althaus trug einen Helm, die Frau nicht

Bei Althaus, der nach dem Unfall ansprechbar gewesen sei, hätten sich in der Folge Komplikationen ergeben, hieß es. Der thüringische Ministerpräsident wurde ins Krankenhaus Schwarzach im Pongau geflogen, wo er um 18.15 Uhr eintraf. Bei seiner Einlieferung sei er bereits in Narkose versetzt gewesen. Althaus werde in der Intensivstation behandelt.

Möglicherweise rettete ein Skihelm Althaus das Leben. "Der Herr Ministerpräsident hat einen Skihelm auf, die Dame nicht", sagte ein österreichischer Polizeisprecher der "Thüringer Allgemeinen"

Die Skifahrerin, mit der Althaus zusammengestoßen war, erlag laut APA auf dem Transport ins Krankenhaus ihren schweren Kopfverletzungen. Bei der Frau handele es sich nach Polizeiangaben um eine in den USA wohnhafte 41-jährige gebürtige Slowakin. Die Polizei in Liezen wollte am Freitag auf einer Pressekonferenz über den Unfall informieren. Auch die thüringische Landesregierung kündigte eine Pressekonferenz an.

Althaus als passionierter Sportler bekannt

Die CDU-Fraktion im Erfurter Landtag reagierte bestürzt. Der Vorsitzende Mike Mohring drückte den Angehörigen der getöteten Frau auch im Namen der Familie Althaus sein "tiefempfundenes Beileid" aus. "Wir hoffen und beten, dass der Zustand des Ministerpräsidenten sich stabilisiert und er von seinen Verletzungen genesen wird", erklärte Mohring.

Althaus wurde am 29. Juni 1958 in Heiligenstadt (Thüringen) geboren. Nach dem Abitur absolvierte er ein Lehramtsstudium für die Fächer Physik und Mathematik. Seit 1985 gehört er der CDU an.

Mit der Wahl zum Mitglied des ersten Thüringer Landtags am 14. Oktober 1990 begann für den Vater zweier Töchter eine steile Karriere: Bereits im Februar 1992 wurde er Kultusminister. Von 1993 bis 2000 war er stellvertretender Landesvorsitzender der thüringischen CDU, am 4. November 2000 übernahm er den Parteivorsitz und am 5. Juni 2003 das Ministerpräsidentenamt von seinem Ziehvater Bernhard Vogel.

Ein Jahr später gewann Althaus erstmals aus eigener Kraft eine Landtagswahl in Thüringen. Auch wegen seiner zahlreichen TV-Auftritte wurde Althaus in kurzer Zeit einer der bekanntesten Ministerpräsidenten Ostdeutschlands. Althaus ist zudem Präsidiumsmitglied der CDU-Bundespartei.

Seine Freizeit verbringt der engagierte Katholik nach eigener Aussage entweder mit seiner Familie oder beim Sport. Er joggt regelmäßig und spielt gerne Fußball, zudem ist er begeisterter Motorradfahrer, Taucher, Mountainbiker und Skifahrer.

Quelle: AFP

 
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