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Beobachtung von Gülen-Anhängern
Ditib bedauert Spitzel-Affäre

Ditib bedauert Spitzel-Affäre
Fethullah Gülen gilt in der Türkei als Staatsfeind (Archivfoto). FOTO: dpa, lb cul sab
Düsseldorf. Deutschlands größter Islamverband Ditib hat bestätigt, dass einzelne Imame des Verbands in Deutschland Informationen über Anhänger des Predigers Fethullah Gülen an die türkische Religionsbehörde geschickt haben.  Von Philipp Jacobs

Ditib-Generalsekretär Bekir Alboga sagte unserer Redaktion: "Die schriftliche Anweisung des türkischen Religionspräsidiums Diyanet war nicht an die Ditib gerichtet. Trotzdem folgten dem einige wenige Ditib-Imame fälschlicherweise. Wir bedauern die Panne zutiefst und haben diesbezüglich auch mit Diyanet gesprochen."

Zuvor hatten die regierungskritische türkische Zeitung "Cumhuriyet" und "Die Welt" berichtet, Ditib-Imame hätten angebliche Anhänger der Gülen-Bewegung in Deutschland bespitzelt. Gülen gilt in der Türkei als Staatsfeind. Das türkische Religionspräsidium hatte laut den Berichten eine entsprechende Aufforderung an alle Auslandsvertretungen der Türkei geschickt.

Die Spitzel-Affäre war am Mittwoch auch Thema eines Gesprächs zwischen Ditib-Vertretern aus NRW und der Landesregierung in Düsseldorf. Rot-Grün hält an ihrer Kooperation fest. Die Regierung sehe Ditib weiter als ihren Partner, habe aber ihre Sorgen und Erwartungen deutlich formuliert, sagte eine Sprecherin des Integrationsministeriums nach dem Treffen mit dem Verband. 

 
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