US-Präsident kommt am Donnerstag: Dresden im Obama-Fieber
VON ANDRE SCHALL - zuletzt aktualisiert: 03.06.2009 - 20:58Dresden (RPO). Dresden befindet sich im Ausnahmezustand. Auf den Straßenbahnen kleben Sticker mit der Aufschrift "Welcome Mr. President", in den Geschäften entwickelt sich Barack-Obama-Schokolade zum Renner, "Ich bin ein Dresdner"-Plakate sind überall verteilt. Eine ganze Stadt fiebert dem Besuch des US-Präsidenten Barack Obama entgegen.
Am Donnerstag wird der mächtigste Mann der Welt in der sächsischen Landeshauptstadt erwartet. Sogar eine aberwitzige Briefmarke, streng limitiert auf 40.000 Stück, ist zu Ehren des Demokraten produziert worden. Darauf steht groß "Yes, we can auch english" - in Anlehnung an Obamas Wahlkampf-Slogan "Yes, we can."
Jeder möchte Obama live erleben. Im Dresdner Rathaus hat der Run auf die Akkreditierungsbändchen für die Sicherheitszone begonnen, in der sich der Präsident aufhalten wird. Sein Luxus-Hotel Taschenbergpalais Kempinski befindet sich zentral neben Residenzschloss, Zwinger und Semperoper.
Sicherheit wird während des Obama-Besuchs großgeschrieben. Arbeiter errichten rund um den Zwinger herum bereits Zäune und auch die Polizei bereitet sich auf den Ernstfall vor. Die Beamten proben auf den Straßen bereits die Fahrzeug-Kolonne für den Präsidenten.
Ankunft am späten Donnerstagabend
Die Ankunft Obamas auf dem Dresdner Flughafen ist für Donnerstagabend, 23 Uhr, vorgesehen. Die Präsidentenmaschine wird von zehn Frachtflugzeugen und einer Maschine mit Journalisten begleitet. Nach der Landung geht es für den 47-Jährigen direkt ins Hotel.
Tags darauf wird er Dresden besichtigen, außerdem das frühere Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar sowie das amerikanische Militärkrankenhaus in Landstuhl.
Obama wird entgegen seiner Pläne nun doch die Frauenkirche besuchen, wie am Mittwoch aus dem Bundeskanzleramt verlautet wurde. Danach werde Obama im Historischen Grünen Gewölbe des Schlosses mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammentreffen. Anschließend sei eine Begegnung mit den Medien geplant. Obama solle im Pretiosensaal, dem größten und prächtigsten Raum des Historischen Grünen Gewölbes, begrüßt werden.
Besuch im KZ Buchenwald
Der Besuch der KZ-Gedenkstätte Buchenwald steht am Freitag im Zentrum der Deutschlandreise des US-Präsidenten. Per Hubschrauber fliegt Obama nach Thüringen. Im früheren Nazi-Konzentrationslager bei Weimar möchte er an die Tragödie des Holocaust erinnern. Auf den Spuren seines Großonkels Charles Payne, der als Soldat an der Befreiung des Vernichtungslagers teilnahm, sucht er gerade den Ort auf, der die amerikanische Vorstellung von der Nazi-Barbarei geprägt hat. Obama will dabei auch mit ehemaligen KZ-Häftlingen reden.
Ein kurzzeitig erwogener Kurzbesuch in der nahegelegenen Stadt Weimar ist dem Zeitdruck zum Opfer gefallen. Nach etwa zwei Stunden Aufenthalt in Thüringen reist Obama weiter ins pfälzische Landstuhl, wo er im US-Militärkrankenhaus mit verwundeten Soldaten sprechen will.
Nach seinem Deutschland-Aufenthalt fliegt Obama in die Normandie, wo die Feiern zum 65. Jahrestag der Landung der Alliierten 1944 im Mittelpunkt stehen. Präsident Nicolas Sarkozy wird den US-Präsidenten auch in der französischen Hauptstadt Paris empfangen.
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