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Spitzelaffäre: Ehemaliger Informant will BND wegen Enttarnung anzeigen

zuletzt aktualisiert: 13.07.2006 - 20:48

Berlin (rpo). Der Journalist und ehemalige Informant des Bundesnachrichtendienstes Wilhelm Dietl will den BND anzeigen. Der Geheimdienst habe seine Rolle als Mitarbeiter "ohne Not enttarnt".

Der BND habe seine Garantenpflicht verletzt, sagte Dietl während einer Pressekonferenz am Abend in Berlin. Diese Garantenpflicht übernehme der BND beim Anwerben von Agenten. Sie solle den Mitarbeiter unter anderem vor einer Enttarnung durch die eigene Behörde schützen. Genau dies aber sei ihm geschehen: "Ich bin im November 2005 vom BND enttarnt worden."

Dietl hatte nach eigenen Angaben von 1982 bis 1993 hauptamtlich für den BND im Nahen Osten gearbeitet. Dort habe er ein umfangreiches Agentennetz aufgebaut und geführt. Danach arbeitete er als freier Mitarbeiter für das Magazin Focus. In der Spitzelaffäre um Journalisten, die der BND eingesetzt hatte, um deren Berufskollegen auszuhorchen, war Dietl als eine der Quellen des Geheimdienstes genannt worden. Dietl selber bestreitet, jemals im Auftrag des BND gegen Kollegen gearbeitet zu haben. Er betonte erneut: "Ich habe niemals von mir aus über Journalisten berichtet."

Quelle: afp

 
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