Patrick Döring wird neuer FDP-General: Ein "geselliger Typ" mit klaren Ansagen
zuletzt aktualisiert: 14.12.2011 - 20:04Hannover (RPO). FDP-Chef Philipp Rösler hat bereits am Abend den Nachfolger für den zurückgetretenen Christian Lindner vorgestellt. Patrick Döring, bislang Bundesschatzmeister der Liberalen, ist ein alter Vertrauter aus Niedersachsen.
Mit dem FDP-Chef jedenfalls ist er eng verbunden. Am Abend hat FDP-Chef Philip Rösler die Personalie öffentlich verkündet.
Er soll die Geschäfte von Lindner übernehmen, der am Mittwoch überraschend das Handtuch warf. Dabei schrieb er seinem Nachfolger gleich eine monströse Aufgabe ins Stammbuch: Durch seinen Rücktritt ermögliche er es Rösler und einem neuen Generalsekretär, die Bundestagswahl 2013 vorzubereiten.
Döring muss damit nur sechs Monate nach dem Neubeginn mit dem Trio Lindner/Rösler/Bahr abermals einen Neustart aus denkbar schwieriger Lage hinzuaubern. Im Mai waren es einst die drei Jungliberalen, die nach dem Rücktritt von Guido Westerwelle die Macht übernahmen.
Davon war ist bislang inhaltlich nichts zu spüren. Die Liberalen sind noch immer im Umfragetief, mittlerweile dräut sogar eine Spaltung am Horizont. Der Mitgliederentscheid um den Euro-Rettungsschirm hat die Partei noch mehr auseinandergerissen.
Rösler setzt in dieser schweren Stunde auf einen engen Vertrauten. Er ist mehr denn je auf Leute angewiesen, auf die er sich blind verlassen kann, muss er doch inzwischen um seinen eigenen Kopf bangen. Von Döring darf man annehmen, dass er Rösler konsequent zur Seite stehen wird.
Döring gilt als gut vernetzt
Patrick Döring kann in dieser Hinsicht einiges in die Waagschale werfen. Beide kennen sich gut und lange aus gemeinsamen Zeiten in der Landespolitik von Niedersachsen. Der 38-Jährige gilt als enger Vertrauter des Parteichefs. Seit 2005 gehört er dem Bundestag an, seit 2010 ist er stellvertretender Fraktionsvorsitzender.
Nach dem Schock durch Lindners Rücktritt, war Döring daher der erste Name, der in der Nachfolgerfrage fiel. Dass Rösler ihn auf dem Zettel hatte, erfuhr unsere Redaktion bereits am Nachmittag aus Teilnehmerkreisen einer Schaltkonferenz des FDP-Präsidiums. "Die beiden verstehen sich blind", sagt auch der niedersächsische FDP-Abgeordnete Christian Grascha. Am Abend dann präsentierte Rösler den neuen General öffentlich.
Schon einmal war Döring im Gespräch für den Posten des Generalsekretärs der FDP. Damals machte jedoch Lindner das Rennen. Nun scheint der Diplom-Ökonom vielen in der Partei jedoch als der am besten geeignete Kandidat. Döring sei gut vernetzt und spreche Probleme deutlich an, heißt es. Lindner hatte sich auch gegen Vorwürfe zur Wehr setzen müssen, er bediene nicht ausreichend die Abteilung Attacke.
Im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn
Döring wurde am 6. Mai 1973 in Stade geboren. Nach dem Abitur studierte er Wirtschaftswissenschaften in Hannover. Anschließend übte er verschiedene Tätigkeiten in der Versicherungswirtschaft aus. Er ist Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn und im Beirat der Deutschen Flugsicherung.
Politische Weggefährten in Niedersachsen bezeichnen den Jazzliebhaber und Saxofonspieler Döring als "geselligen Typ". Er sei nicht distanziert und löse Probleme gerne gemeinschaftlich.
Gemeinschaft, das ist es auch, was die Liberalen in diesen Tagen brauchen. Denn die Zerstrittenheit angesichts des FDP-Mitgliederentscheides war es auch, die letzlich Lindner zum Rücktritt veranlasste und auch Rösler selbst alles andere als gut dastehen ließ in den vergangenen Tagen.
Doch auf Döring kommt keine leichte Aufgabe zu. Ein wenig Zeit dafür hat er zumindest. Gewählt wird im Bund erst 2013.

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