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Vergewaltigte Studentin aus Freiburg
Ein Mord und seine Meldung

Vergewaltigte Studentin aus Freiburg: Ein Mord und seine Meldung
Die Polizei hat einen Tatverdächtigen fassen können. FOTO: dpa, pse jhe sab
Meinung Ist die Meldung, dass ein aus Afghanistan stammender Flüchtling eine 19-jährige Studentin mutmaßlich vergewaltigt und getötet hat, relevant? Ja, ist sie. Ansonsten würde nicht die ganze Republik darüber sprechen. Von Eva Quadbeck

Die ARD hatte die Festnahme des 17-jährigen Flüchtlings in der "tagesschau" am Samstag nicht gemeldet und verteidigte diese Entscheidung anschließend mit dem Hinweis darauf, die Meldung sei regional und für die Hauptnachrichten nicht relevant. Das ZDF und die meisten anderen Medien in der Republik entschieden anders und gaben die Festnahme mit Hinweis auf die Herkunft des Verdächtigen bekannt.

Die Entscheidung, die Meldung nicht zu bringen, hat die Aufmerksamkeit für den Fall leider noch größer werden lassen. Sie spült jenen Wasser auf die Mühlen, die ohnehin gerne "Lügenpresse" rufen und am liebsten die Rundfunkgebühren abschaffen wollen, weil die Öffentlich-Rechtlichen aus ihrer Sicht nicht angemessen berichten. Den dramatischen Tod der jungen Frau zu instrumentalisieren, um wiederum sein Süppchen Gebühren-Abschaffen darauf zu kochen, ist mindestens widerlich.

Der Fall lohnt aber eine genauere Betrachtung, denn in ihm kristallisieren sich beide Ansichten zur Flüchtlingskrise. Die Gegner der Flüchtlingsaufnahme können sagen: Seht her, ohne den Zustrom 2015 wäre dieser Mord nicht geschehen. Das Argument lässt sich nicht beiseite wischen. Die Verfechter einer Willkommenskultur bleiben auch im Recht. Das Opfer selbst war in der Flüchtlingshilfe engagiert. Ihre Eltern baten statt Blumen um Spenden für den mit der Flüchtlingshilfe verbundenen Verein, für den sich ihre Tochter engagierte. Klar ist natürlich, dass niemand wegen seiner Herkunft mordet.

Der Freiburger Fall wird uns wahrscheinlich noch länger befassen. Wenn sich der Tatverdacht erhärtet und die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt, wird man mehr über den Hintergrund des Täters erfahren. Dann kann man auch ermessen, ob der Vergleich mit der Kölner Silvesternacht angemessen ist. 

Quelle: RP
 
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