Thorsten Schäfer-Gümbel: Ein Nobody für die Hessen-SPD
zuletzt aktualisiert: 08.11.2008 - 20:18Gießen (RPO). Genug ist genug. Zweimal ist Andrea Ypsilanti gescheitert. Jetzt soll ein politischer Nobody ran. Thorsten Schäfer-Gümbel wird die Hessen-SPD als Spitzenkandidat in die geplante Neuwahl im Januar führen. Wer ist der Mann, der als Vetreter der "neuen Generation" gegen CDU-Ministerpräsident Koch antreten soll?
So ganz schien es Thorsten Schäfer-Gümbel selbst noch nicht verarbeitet zu haben. Ein kleines bisschen überrascht wirkte er immer noch, als Hessens SPD-Parteichefin Andrea Ypsilanti ihn nach einer Parteiratssitzung am Samstag als Spitzenkandidaten für die vorgezogenen Landtagswahlen der Öffentlichkeit vorstellte. Angesichts des verpatzten Machtwechsels und schlechter Umfrageergebnisse für die Hessen-SPD steht der erst 39 Jahre alte Überraschungskandidat vor einem harten Wahlkampf. Außerhalb der SPD kennt ihn kaum jemand, weshalb böse Zungen von einer Verlegenheitslösung sprechen.
Der neue Kandidat bringt Erfahrung mit
Helfen könnte dem Ypsilanti-Vertrauten Schäfer-Gümbel nicht nur jugendlicher Elan, sondern auch seine langjährige politische Erfahrung: Seit 1986 ist der in Oberstdorf im Allgäu geborene Schäfer-Gümbel Mitglied der SPD. Er war stellvertretender Juso-Landesvorsitzender in Hessen und arbeitete von 1998 bis 2001 als Referent des Sozial- und Jugenddezernenten der Stadt Gießen. Seither ist er Stellvertretender Vorsitzender der SPD Hessen-Süd und leitet seit 2004 auch den SPD-Unterbezirk Gießen.
Intelligent, fließig, integrierend
Im hessischen Landtag vertritt Schäfer-Gümbel seit 2003 den Wahlkreis Gießen-Land. Das Direktmandat ging bei der Landtagswahl im vergangenen Januar allerdings knapp an den hessischen Innenminister Volker Bouffier (CDU). Parteiintern hat sich der studierte Politikwissenschaftler als Fachsprecher für Familienpolitik, Jugendarbeitslosigkeit, Integration sowie Stadtentwicklung und Entwicklungszusammenarbeit einen Namen gemacht. Parteifreunde loben den Parteilinken als intelligent, fleißig und integrierend. Allerdings müssen auch sie einräumen, dass der Name Schäfer-Gümbel außerhalb der hessischen SPD bislang nur Wenigen vertraut ist.
Der Familienmensch
Eine sozial gerechtere Bildungspolitik in Hessen und der Ausbau erneuerbarer Energien liegen dem Sozialdemokraten am meisten am Herzen, wie er in einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk sagte. Privat ist der Vater dreier Kinder ein Familienmensch. Auf die Frage, was er in seiner Freizeit am liebsten mache, antwortete Schäfer-Gümbel einmal: "Ich bin am liebsten bei meiner Familie." Offenbar hat er aber auch eine Schwäche für Fußball. So gibt Schäfer-Gümbel an, gerne mal den Bayern-München-Spieler Franck Ribéry treffen zu wollen.
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