Kommentar: Ein würdiger Nachfolger seiner selbst
VON EIN KOMMENTAR VON MARTIN KESSLER - zuletzt aktualisiert: 23.05.2009 - 16:45Berlin (RP). Das Ergebnis für Amtsinhaber Horst Köhler war knapper als erwartet, zumal in den Reihen von SPD und Grünen einige Abweichler vermutet wurden. Die haben sich offenbar enthalten, während Union und FDP ihre Reihen schließen konnten. Auch die Freien Wähler haben Wort gehalten. Am Ende gab es eine Stimme weniger für Köhler als auf die drei Gruppierungen in der Bundesversammlung entfielen.
Der alte und neue Bundespräsident und die ihn unterstützenden Parteien können auch mit dem knappen Ergebnis mehr als zufrieden sein. Im Wahlmarathon bis zum 27. September haben die Bürgerlichen gepunktet. Selbst mäßige Verluste in der Europawahl sind für die Union zu verkraften.
Auch die Kandidatin der SPD, Gesine Schwan, ist mit einem achtbaren Ergebnis davongekommen. Sie hat keinen Schönheitspreis gewonnen, es war aber auch kein Debakel trotz der fehlenden zehn Stimmen aus dem rot-grünen Lager.
SPD-Chef Müntefering hat nun die letzte Erblast seines Vorgängers Beck bewältigt. Ab jetzt muss seine Führungsmannschaft für alle Fehler selbst gerade stehen. Der Wirtschaftsfachmann Horst Köhler ist ein würdiger Nachfolger seiner selbst. Die Zustimmung in der Bevölkerung ist überwältigend, er hat im Amt gewonnen und im „unechten Wahlkampf” um den Posten des Staatsoberhaupts nichts falsch gemacht.
Seine Rede zum 60. Geburtstags der Grundgesetzes war mitreißend und mit der Erinnerung an den Unrechtsstaat DDR thematisch klug gewählt. Die Bundesrepublik hat sich mit dieser Wahl das schönste Geburtstagsgeschenk gemacht.
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