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WIKILEAKS Panorama Symbolfoto
  Foto: AFP, AFP
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Nach den jüngsten Enthüllungen der Plattform: Eine deutsche Stiftung finanziert Wikileaks

VON DANA SCHÜLBE - zuletzt aktualisiert: 04.12.2010 - 13:20

Berlin/Washington (RPO). Es ist die umstrittenste Plattform dieser Tage - Wikileaks. In den USA wurde ihr die Webadresse entzogen, und die Deutschen lehnen die Webseite nach einer aktuellen Umfrage mehrheitlich ab. Doch die Spenden an Wikileaks scheinen zu fließen - und das läuft über eine deutsche Stiftung.

"Aktueller Spendenaufruf: Wikileaks unterstützen! Informationsfreiheit verteidigen!" - gleich auf der Startseite der Wau Holland Stiftung wird für jene Plattform geworben, die in den vergangenen Tagen mit neuen Enthüllungen die weltweite Politik in Aufruhr versetzt hat.

Und das scheint auch erfolgreich zu sein. Laut Medienberichten ist die Stiftung nach eigenen Angaben die Haupteinnahmequelle von Wikileaks. 750.000 Euro habe man für die Plattform bereits gesammelt. Aktiv ist man für diese seit Oktober 2009. Von den Spenden seien Kosten für Server und Datenverkehr, Reisen von Gründer Julian Assange, aber auch die Angestellten finanziert worden, schreibt etwa die "Neue Westfälische".

Info
Die Arbeit für Wikileaks wird noch schwieriger. Nach den von mehreren Regierungen in aller Welt angekündigten rechtlichen Schritten gegen die Online-Enthüllungsplattform Wikileaks hat das Internet-Bezahlsystem Paypal die Bearbeitung von Finanztransaktionen für das Portal eingestellt. Den Vorgaben zufolge dürfe das Bezahlsystem nicht genutzt werden, "um illegale Vorgänge anzuregen, zu fördern oder zu erleichtern", hieß es. Wikileaks sei über die Maßnahme in Kenntnis gesetzt worden.

Im Umfeld des Chaos Computer Clubs

Doch wer steckt eigenlich dahinter? Die Wau Holland Stiftung, die in Berlin ansässig ist, schreibt über sich selbst, eine Stiftung "im Umfeld des Chaos Computer Clubs" zu sein. Dieser bezeichnet sich auf seiner Webseite selbst als ist die größte europäische Hackervereinigung.

Und so verwundert es kaum, dass sich die Stiftung hinter die Veröffentlichungen von Julian Assange und Wikileaks stellt, schließlich beansprucht sie für sich selbst, die "freidenkerischen Ansätze" des "Datenphilosophen" Wau Holland zu bewahren und sich für die Informationsfreiheit einzusetzen.

Wau Holland selbst war rangältestes Mitglied des Chaos Computer Club. Laut der Stiftung hielt er vor allem Vorträge über den Menschen im Spannungsfeld zwischen neuer Medientechnik und Überwachung. Als er im Juli 2001 starb, gründeten fünf Freunde mithilfe der Familie die Stiftung. 2003 nahm diese schließlich ihre Arbeit auf.

Über 62.000 Euro Eigenkapital verfügt die Stiftung nach eigenen Angaben. Aus den Zinsen des Kapitals finanziere man die eigene Arbeit und fördere eigene Projekte. Und um diese noch intensiver zu fördern, benötige man eben Spenden, heißt es.

Offenbar derzeit viele Spenden

Im Falle von Wikileaks jedenfalls scheint das zu funktionieren. Ebenfalls auf der Webseite ist zu lesen, dass das Spendenaufkommen derzeit so groß sei, dass es zwischenzeitlich Probleme gab bei der Ausstellung von Spendenquittungen - der Andrang war offensichtlich zu groß.

Ob die Wau Holland Stiftung tatsächlich die Haupteinnahmequelle von Wikileaks ist, lässt sich nicht feststellen. Denn andere Einrichtungen, die die Spenden für die Plattform einsammeln oder koordinieren, sind nicht bekannt. Genau das löst auch immer wieder Kritik an Wikileaks aus: Die Finanzierung sei zu undurchsichtig.

Nach einem Bericht der Webseite meedia.de habe ein Sprecher der Stiftung die Kosten von Wikileaks einmal auf 10.000 bis 15.000 Euro monatlich beziffert. Ende des vergangenen Jahres seien aber nur 2000 bis 3000 Euro pro Monat an Spenden eingegangen, sodass der Betrieb der Webseite gefährdet gewesen sei.

Und der "Welt" sagte der zweite Vorsitzende der Stiftung, Hendrik Fulda, vor einigen Wochen, dass das Spendenaufkommen immer dann groß sei, wenn Wikileaks etwas veröffentlicht habe. So sei etwa nach der Enthüllung der Afghanistan-Dokumente die größte Spende eingegangen, berichtet die "Zeit" - nämlich 10.000 Euro.

Quelle: afp

 
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