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Wolfgang Clement; panorama; 25/11/2008
  Foto: ddp
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Wolfgang Clement: Eine Ich-AG verlässt die SPD

VON EIN KOMMENTAR VON THOMAS SEIM - zuletzt aktualisiert: 25.11.2008 - 19:22

Düsseldorf (RP). Für eine Schlagzeile war der gelernte Journalist Clement schon immer gut. Mit dem Austritt aus der SPD hat er vielleicht seine letzte geliefert. Clements Zug offenbart die Verbitterung eines Ausgemusterten. Er leidet an dieser Missachtung.

Die SPD hat ihn nicht mit einer Rüge drangsaliert, wie er sagt. Vielmehr haben sich Franz Müntefering als SPD-Chef und Ex-Innenminister Otto Schily als Anwalt für ihn eingesetzt. Und wen meint Clement, wenn er von einer De-Industrialisierungspolitik der SPD spricht? Müntefering? Steinbrück? Steinmeier?

 Dafür stehen diese drei nun gerade nicht. Was bleibt, ist der berechtigte Vorwurf einer Zusammenarbeit mit der Linkspartei. Nicht nur in Hessen. Das ist die offene Flanke der SPD. Aber Clements Austritt schwächt die Steinbrücks, Steinmeiers, Münteferings ­ und damit die SPD insgesamt im Kampf gegen die Linkspartei.

Clement wird nicht wiederkommen wie Lafontaine. Dafür fehlen ihm Unverschämtheit und Strategiefähigkeit des Saarländers. Johannes Rau, den Clement mit Hilfe des damaligen Kanzlerkandidaten Schröder und anderen aus dem Amt des NRW-Ministerpräsidenten kippte, erkannte erst sehr spät, dass seinem Zögling fehlte, was er verkörperte: charakterstarke Führungsfähigkeit. Gestern hat Clement dies auf seine Art bestätigt.

Nun ist er nur noch ein Journalist ohne Schlagzeile: Eine unbedeutende Ich-AG.

Quelle: RP

 
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