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Gesundheitskarte: Einführung im nächsten Jahr

zuletzt aktualisiert: 14.03.2005 - 14:32

Hannover (rpo). Die elektronische Gesundheitskarte soll in diesem Jahr in ausgewählten Regionen getestet werden, im nächsten Jahr soll sie bundesweit eingeführt werden. Das teilte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt am Montag in Hannover auf der Computermesse Cebit mit, wo ihr die Lösungsarchitektur für die Chip-Karte übergeben wurde.

Mit der Lösungsarchitektur, in der der Aufbau der Gesundheitskarten-Software konkret beschrieben wird, habe man "einen wirklich entscheidenden Schritt" zur Einführung der Karte getan, betonte Schmidt. Entwickelt wurde die Technik im Auftrag von Kassen, Ärzten und Ministerium von der Fraunhofer-Gesellschaft. Die Karte habe dabei "eine ausgesprochene Sicherheitsarchitektur" bekommen, bei der es "keine Missbrauchsmöglichkeiten mehr" gebe, sagte Fraunhofer-Präsident Hans-Jörg Bullinger.

Weiter erprobt werden soll die Karte nun von der gematik gGmbH, einer gemeinnützigen Gesellschaft, die die Krankenkassen und die Ärzteschaft gegründet haben. Die Einführung der Karten und der entsprechenden Lesegeräte werde insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro und der laufende Betrieb etwa 300 Millionen Euro jährlich kosten, sagte gematik-Chef  Andreas Köhler. Die Gesellschaft wolle noch im Frühjahr die ersten Aufträge für Geräte ausschreiben. In verschiedenen Testregionen sollen dann verschiedene Komponenten der für die Karte notwendigen Infrastruktur erprobt werden.

Der Bund wird sich an den Kosten der Einführung der Gesundheitskarte nach den Worten von Ulla Schmidt nicht beteiligen. Die Karte sei ein "Instrument der Selbstverwaltung, der Krankenkassen und der Ärzteschaft, um mit neuen Kommunikationsmitteln das Gesundheitswesen zu effektivieren". Dabei sei der Staat finanziell nicht gefragt. Die Gesundheitskarte werde "weder ein großes noch ein kleines Toll Collect" versicherte die Ministerin. Die technologischen Fragen seien geklärt. Die große Herausforderung sei es, Patienten, Arztpraxen, Krankenhäuser und Apotheken sukzessive und möglichst zeitgleich zu vernetzen.

Quelle: ap

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