kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Innenminister: Einheitliche Einbürgerungstests gefordert

zuletzt aktualisiert: 21.03.2006 - 17:45

Frankfurt/Main (rpo). Einige Bundesländer haben Fragebögen für Einbürgerungskandidaten bereits vorgestellt. Jetzt dringen Politiker der großen Koalition auf eine bundeseinheitliche Regelung für die Einbürgerung von Ausländern. Der anhaltende Streit um die Fragenkataloge aus Hessen und Baden-Württemberg wurde angesichts entsprechender Appelle an die im Mai tagende Innenministerkonferenz kurzzeitig in den Schatten gestellt.

Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach drohte mit einem Bundesgesetz für den Fall, dass eine Einigung am Veto einzelner Bundesländer scheitern sollte. Grüne, FDP und Teile der SPD kritisierten derweil scharf die Gelderkürzung für Integrationskurse im Bundeshaushalt.

Der sächsische Innenminister Albert Buttolo (CDU) bot den in seinem Land schon seit 2001 praktizierten Einbürgerungstest als Grundlage für einen möglichen Kompromiss an. Darin gehe es um Grundrechte, Staatsaufbau, Religionsfreiheit sowie Gleichberechtigung von Frau und Mann. Anders als in Hessen seien aber keine Fragen zu Kultur, Geschichte und Wissenschaft enthalten.

Der hessische Innenminister Volker Bouffier hielt SPD und Grünen "teilweise kindische und lächerliche" Reaktionen auf seinen 100-Fragen-Katalog vor und lud Landtagsfraktionen sowie Kirchen, Verbände und den Landesausländerbeirat zum Dialog darüber ein. "Wir haben mit dem Leitfaden eine Arbeitsgrundlage vorgelegt", sagte der CDU-Politiker, für weiter führende Vorschläge sei die Landesregierung offen.

Der stellvertretende Unionsfraktionschef Bosbach sagte: "Mir wäre es lieb, wenn die Innenminister sich einigen würden." Sollten sich aber einige Länder quer legen, "müssen wir das Staatsbürgerschaftsgesetz ändern", fügte er hinzu. So könnte in dem Gesetz ein Passus eingefügt werden, dass für eine Einbürgerung die Vermittlung von Kenntnissen der deutschen Geschichte, der Kultur und der Rechts- und Gesellschaftsordnung erforderlich ist.

Kein Gefälle bei der Einbürgerung

Ähnlich argumentierte der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz. "Selbstverständlich darf es bei einer so wichtigen Angelegenheit wie der Einbürgerung kein Gefälle geben in der Anwendung bundeseinheitlichen Rechts", sagte er. Wenig sinnvoll sei es aber, "oberlehrerhaft Testfragen auszuarbeiten, die nicht einmal von deutschen Abiturienten vollständig beantwortet werden" könnten. Grünen-Chefin Claudia Roth warf dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch und anderen CDU-Politikern vor, sie betrieben eine gefährliche falsche Politik, "die das Zusammenleben in unserem Land vergiftet".

Der Grünen-Abgeordnete Josef Winkler wandte sich gegen die Absicht der großen Koalition, die Gelder für die im Zuwanderungsgesetz vorgesehenen Integrationskurse um 67 Millionen Euro oder rund 30 Prozent zusammenstreichen. Er sprach von einer "unfassbaren Doppelmoral", wenn gleichzeitig bei der Einbürgerung weitere Hürden eingeführt würden. Der FDP-Innenpolitiker Max Stadler sagte: "Die Kürzungen sind ein Skandal."

Kritisch äußerte sich auch der SPD-Politiker und Vorsitzende des Innenausschusses, Sebastian Edathy: "Es muss Ziel des Bundestages sein, in den Haushaltsberatungen die Absenkung der Mittel zu mildern." Der Innenausschuss sehe die Kürzung fraktionsübergreifend kritisch. Bosbach begründete die Einschnitte dagegen damit, dass 2005 nicht alle Mittel ausgeschöpft worden seien. Werde in diesem Jahr doch mehr Geld nötig, werde es im Nachtragshaushalt bereitgestellt.

Quelle: afp

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Wird die neue Drachme schon gedruckt?

Notfall-Szenarien für Griechenland

Wird die neue Drachme schon gedruckt?

Beim weltweit größten privaten Gelddrucker De La Rue, in einer Großdruckerei in der Nähe des britischen Manchester. mehr 

Regierung rechnet mit Mehrheit für Fiskalpakt

Referendum in Irland

Regierung rechnet mit Mehrheit für Fiskalpakt

Die irische Regierung geht offenbar davon aus, dass eine Mehrheit der Bürger im Referendum für den EU-Fiskalpakt gestimmt hat. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Notfall-Szenarien für Griechenland

Wird die neue Drachme schon gedruckt?

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Kurios: Flugzeuge verhaken sich ineinander

Auf dem Chicagoer Flughafen sind sich zwei sehr ungleiche Flugzeuge ins Gehege gekommen. Eine Boeing 747 wollte sich auf den Weg machen, als ... mehr 

Bundespräsident Gauck in Israel

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. Damit brachte er den Zentralrat der Muslime gegen sich auf. Gauck betreibe Geschichtsfälschung. mehr

 

Machtkampf bei den Linken

Kipping lässt Riexinger abblitzen

 

Letzter DDR-Wirtschaftsminister

Gerhard Pohl tot aufgefunden

 

Minister stellt neues Programm vor

Altmaier grenzt sich von Röttgen ab

 
 

Bundesinnenminister Friedrich im Interview

Deutschland schickt 30 Polizeibeamte zur EM

Top-Services