kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Nato-Anfrage für Afghanistan: Einwände gegen möglichen Awacs-Einsatz

zuletzt aktualisiert: 27.07.2008 - 15:14

Berlin (RPO). Der mögliche Einsatz von Awacs-Überwachungsflugzeugen in Afghanistan sorgt im politischen Berlin für Wirbel. Am Wochenende war durchgesickert, dass die Bundesregierung die Entscheidung über einen Einsatz bewusst hinauszögert. Nun mehren sich Stimmen, die Einwände gegen eine solche Mission haben - auch in der SPD. 

Vielleicht kommen Awacs-Flieger demnächst in Afghanistan zum Einsatz.  Foto: ddp, ddp
Vielleicht kommen Awacs-Flieger demnächst in Afghanistan zum Einsatz. Foto: ddp, ddp

Politiker von SPD, FDP und Grünen haben am Wochenende gravierende Einwände gegen den Einsatz der Awacs-Flieger erhoben. "Wenn der Einsatz denn nötig wäre, müsste genau geklärt werden, ob er mit den verfassungsrechlichten Vorgaben vereinbar wäre", sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Gert Weisskirchen, dem "Tagesspiegel".

Der SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels befürchtet eine "Vermischung von Mandaten", falls die Flugzeuge für die Zieleinweisung von US-Jagdbombern verwendet werden, die nicht der Internationalen Stabilisierungstruppe (Isaf) unterstehen. "Die Awacs sollen in Afghanistan auch Aufgaben wahrnehmen, für die es kein Bundestagsmandat gibt", warnte er.

Die FDP verlangte eine sofortige Unterrichtung des Bundestages. Die stellvertretende Fraktionschefin, Birgit Homburger, sagte der Zeitung, die Informationspolitik der Bundesregierung sei "absolut inakzeptabel". "Die Bundesregierung versucht permanent, das Parlament hinters Licht zu führen", meinte sie.

Auch die Grünen sind skeptisch. "Die Abgrenzung zwischen der internationalen Stabilisierungstruppe Isaf und dem Antiterror-Einsatz OEF wird dann extrem schwierig", warnte der Verteidigungsexperte Alexander Bonde. Er verwies darauf, dass die Awacs-Flugzeuge eine "Feuerleitfunktion" übernehmen können und damit direkt an Kampfeinsätzen teilnehmen. "Es besteht die Gefahr, dass wir uns an militärischen Aktionen beteiligen, die wir ablehnen", meinte Bonde. Grünen-Fraktionsvize Jürgen Trittin warnte die Regierung vor voreiligen Zusagen.

Regierung verabredete Verzögerungstaktik

Eine Entscheidung wird es offenbar so schnell nicht geben. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" soll erst im September abschließend beraten werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Verteidigungsminister Franz Josef Jung (beide CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hätten vergangene Woche telefonisch verabredet, die Nato erst einmal hinzuhalten. Um einen Streit in der Sommerpause zu vermeiden, wollten sie die Nato vorerst mit Fragen nach technischen Details des Einsatzes beschäftigen.

Der Afghanistan-Einsatz der in Geilenkirchen bei Aachen stationierten Awacs-Flugzeuge gilt dem "Spiegel" zufolge deshalb als heikel, weil keine klare Trennlinie zwischen Einsätzen im Rahmen des Mandats der ISAF-Schutztruppe für Afghanistan und des Mandats für die Anti-Terror-Mission OEF gezogen werden könne. Die Regierung wolle nun das Isaf-Mandat, das im Herbst zur Verlängerung ansteht und von 3500 auf 4500 Soldaten aufgestockt werden soll, so anpassen, dass es den Awacs-Einsatz auch für OEF zulassen würde.

Die Maschinen mit ihrem weitreichenden Radar sollen den zunehmenden Flugverkehr am Hindukusch koordinieren helfen, würden dem Bericht zufolge aber auch als Kommandozentralen für Kampfjets dienen, die für Isaf und OEF unterwegs sind. Die Awacs sind in Geilenkirchen bei Aachen stationiert. Ihre Besatzung besteht zu rund einem Drittel aus deutschen Soldaten. 

Die Bundesregierung hatte am Freitag mitgeteilt, dass es zwar eine Awacs-Anfrage der Isaf für Afghanistan an die Nato gebe. Der Militärausschuss des Verteidigungsbündnisses müsse aber zunächst die Einsatzdetails klären.

Quelle: afp

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. mehr 

Syrische Deserteure drohen Assad

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Die westlichen Staaten und die syrischen Rebellen drohen dem Assad-Regime mit einer härteren Gangart. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Machtkampf bei den Linken

Kipping lässt Riexinger abblitzen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Kurios: Flugzeuge verhaken sich ineinander

Auf dem Chicagoer Flughafen sind sich zwei sehr ungleiche Flugzeuge ins Gehege gekommen. Eine Boeing 747 wollte sich auf den Weg machen, als ... mehr 

Bundespräsident Gauck in Israel

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. Damit brachte er den Zentralrat der Muslime gegen sich auf. Gauck betreibe Geschichtsfälschung. mehr

 

Machtkampf bei den Linken

Kipping lässt Riexinger abblitzen

 

Letzter DDR-Wirtschaftsminister

Gerhard Pohl tot aufgefunden

 

Minister stellt neues Programm vor

Altmaier grenzt sich von Röttgen ab

 
 

Bundesinnenminister Friedrich im Interview

Deutschland schickt 30 Polizeibeamte zur EM

Top-Services