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Guttenberg Kundus-Affäre, Panorama, AP 2009-1216
  Foto: AP, AP
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Union will Öffentlichkeit ausschließen: Eklat im Kundus-Untersuchungsausschuss

zuletzt aktualisiert: 17.06.2010 - 17:22

Berlin (RPO). Der Streit um die Zulassung der Öffentlichkeit bei Zeugenvernehmungen hat im Kundus-Untersuchungsausschuss am Donnerstag zu einem Eklat geführt. SPD-Obmann Rainer Arnold sprach von "Chaos" in den Reihen der Koalition, der Grünen-Politiker Omid Nouripour von einem "Eklat". Unions-Obmann Ernst-Reinhard Beck (CDU) räumte ein: "Wir sind leider an einem gewissen Tiefpunkt angekommen."

Die Koalitionsmehrheit setzte durch, dass entgegen dem bisherigen Vorgehen Zeugenanhörungen in dem Untersuchungsausschuss künftig generell unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden sollen. Grund für die Entscheidung war nach den Worten Becks ein neues Rechtsgutachten, wonach die pauschale Zulassung der Öffentlichkeit nicht haltbar ist. Beck sagte, er sei offen dafür, in Einzelfällen durchaus doch öffentliche Anhörungen zuzulassen. Der Verteidigungsausschuss hatte sich zur Aufarbeitung des Bombenangriffs bei Kundus vom September vergangenen Jahres als Untersuchungsausschuss konstituiert und damit ein Privileg des Verteidigungsausschusses genutzt.

"Ein Stück weit Vertuschung"

Die Opposition sieht in dem Koalitionsbeschluss einen Ausstieg aus den bisherigen Vereinbarungen. Offenbar solle "ein Stück weit Vertuschung betrieben" werden, sagte der SPD-Politiker Arnold. Ebenso wie sein Kollege von der Linkspartei, Paul Schäfer, wies Arnold darauf hin, dass die Koalition in der Frage keine einheitliche Linie vertrete. "Die klägliche Verfassung der Bundesregierung spiegelt sich auch im Verteidigungsausschuss", sagte Schäfer. Die Oppositionsparteien erwägen nach eigenen Angaben nun, einen neuen und diesmal regulären parlamentarischen Untersuchungsausschuss nach Artikel 44 des Grundgesetzes zum Thema Kundus einzurichten.

Streit gab es am Donnerstag auch um die geplante Gegenüberstellung von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit dem ehemaligen Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, und dem einstigen Staatssekretär des Verteidigungsministeriums, Peter Wichert. Ein solche Gegenüberstellung lehnte die Union zunächst ebenfalls ab.

Beck sagte, für ihn sei die Beweiserhebung im Ausschuss "eigentlich zu Ende". Die Opposition beharrte dagegen auf ihren Minderheitenrechten in der Frage und will dies nun vor Gericht klären lassen. "Wir werden unsere Minderheitenrechte vor Gericht erstreiten müssen", sagte Arnold. Dies werde den Zeitplan des Ausschusses stark verzögern.

Mit der Gegenüberstellung wollen SPD, Grüne und Linke Widersprüche in den Aussagen von Guttenberg, Schneiderhan und Wichert klären, die alle bereits vor dem Ausschuss ausgesagt hatten.

Quelle: AFP/felt

 
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