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"Warum Israel": Empörung über linke Gewalt gegen Israel-Film

VON GREGOR MAYNTZ - zuletzt aktualisiert: 23.11.2009 - 07:44

Berlin/Hamburg (RP). Sie kamen mit Quartzhandschuhen und Holzstäben. Und sie drohten nicht nur mit Gewalt, sondern sie verhinderten mit Prügeleien, dass in Hamburg am 25. Oktober der Film "Warum Israel" aus dem Jahr 1972 gezeigt werden konnte. Ob die Gewalttäter die Kinogäste auch mit antisemitischen Schimpftiraden beleidigten, ist nach Augenzeugenberichten umstritten.

Nicht umstritten ist, wer die Filmaufführung verhinderte: keine Neonazis, sondern Aktivisten der linksradikalen Szene, die sich selbst "Antifaschisten" nennen, in diesem Vorgehen gegen die Meinungsfreiheit aber an die nationalsozialistischen Kinoblockaden und Bücherverbrennungen erinnern.

"Strammen Antisemitismus erleben wir seit langem auch in der linken Szene", erläutert der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschuss, Wolfgang Bosbach, im Gespräch mit unserer Zeitung. Bemerkenswert sei, dass eine breitere Öffentlichkeit erst mit vierwöchiger Verspätung auf den Vorfall aufmerksam werde. Wenn Neonazis die Aufführung des Israel-Films verhindert hätten, wäre das in den Medien sicher bereits am nächsten Tag ein großes Thema gewesen. Bosbach nannte es "erschreckend, dass so genannte Antifaschisten zu faschistischen Methoden greifen, um ihrer antisemitischen Gesinnung Ausdruck zu verleihen".

Auf den Vorfall waren am Wochenende eine Regionalredaktion der "Tageszeitung" und des "Tagesspiegel" aufmerksam geworden. In der linken Szene wird intensiv in Internet-Foren diskutiert. So kündigte ein "Bündnis gegen Hamburger Unzumutbarkeiten" für den 13. Dezember eine Demonstration gegen die antisemitische Antifa vor dem Kino "B-Movie" an. An dem Tag wollen die Veranstalter einen neuen Versuch unternehmen, den Film zu zeigen. Wer einen solchen Film als "Provokation" ansehe, der nur mit Gewalt beizukommen sei, stehe auf der Seite der "Barbarei", kritisierte das Bündnis. Das steht nun allerdings selbst unter linker Kritik. "Ihr spaltet die Szene", hieß es in Stellungnahmen.

Quelle: RP

 
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