Die Zuwanderungsstudie des "Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung" sorgt bundeweit für Aufsehen. Folgend lesen Sie die dramatischen Erkenntnisse aus der Erhebung!
Fast 20 Prozent der Bevölkerung Deutschlands haben ihre familiären Wurzeln im Ausland.
Anders ausgedrückt: 15 der 82 Millionen Einwohner sind entweder nicht in Deutschland
geboren oder haben Elternteile, die nach Deutschland eingewandert sind. Diese Zahlen
machen Deutschland zu Europas Zuwanderungsland Nummer 1.
"Die Herkunft entscheidet über den Integrationserfolg", ist eine zentrale Erkenntnis der Studie.
Am unteren Ende der Skala landen die Mitbürger türkischer Herkunft. 30 Prozent haben keinen Schulabschluss. Nur 14 Prozent hätten das Abitur, nicht einmal halb so viele wie in der deutschen Bevölkerung und weniger als bei den anderen Zuwanderergruppen. Dabei stellen sie mit 2,81 Millionen Menschen die zweitgrößte Gruppierung.
Die deutschstämmigen Aussiedler stellen mit fast vier Millionen die größte Gruppe der Menschen mit Migrationshintergrund dar. Sie schneidet bundesweit überraschend gut ab: Nur drei Prozent sind ohne Abschluss, 28 Prozent haben sogar die Hochschulreife.
Die restlichen Gruppen setzen sich aus den Gastarbeitern Griechenland, Italien, Spanien und Portugal, den weiteren EU-Staaten, dem ehemaligen Yugoslawien und Nahost/Afrika zusammen.
Während Menschen aus dem ehemaligen Yugoslawien und Nahost/Afrika teilweise schlecht integriert sind, kommen Einwanderer aus den EU-Staaten (ohne Südeuropa) in Deutschland gut zurecht.
Unter den Südeuropäern gibt es starke Unterschiede: So schneiden die Spanier deutlich besser ab als die Italiener.
Es existieren auch regionale Spezifika: Hessen und Hamburg haben viele gebildete Einwanderer. NRW und Baden-Württemberg landen im Mittelfeld. Schlusslicht ist das Saarland.
Etwa ein Fünftel aller Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland lebt in Städten mit mehr als 300.000 Einwohnern. Die beste Integrationsarbeit leisten der Studie zufolge München, Bonn, Frankfurt und Düsseldorf. Dresden folgt auf Platz fünf, Hamburg und Heidelberg/Mannheim teilen sich Platz sechs. Stuttgart belegt den achten Rang, danach kommen Essen und Berlin. Hannover und Köln teilen sich Rang elf. Auf den Plätzen 13 bis 16 finden sich Bielefeld, Leipzig, Wuppertal und Bremen. Rang 17 gibt es für Bochum/Herne, Dortmund und Nürnberg. Auf Platz 20 endet die Liste mit Duisburg.