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In Deutschland wenig bekannt, in Polen gehört sie zu den bekanntesten Deutschen - und den umstrittesten: Erika Steinbach, Präsidentin des Bunds der Vertriebenen (BdV), steht häufig Kreuzfeuer. Aufsehen erregt die CDU-Politikerin, die sich als Sprachrohr der aus dem ehemaligen Ostgebieten vertriebenen Deutschen sieht, vor allem regelmäßig durch ihre harsche Wortwahl gegenüber Polen.
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Die CDU-Politikerin fällt regelmäßig durch umstrittene Aussagen aus. So sprach sie beispielsweise von einem "Völkermord" an den Deutschen in Jugoslawien. 1990 stimmte sie im Bundestag gegen den deutsch-polnischen Grenzvertrag, 1997 gegen eine deutsch-tschechische Aussöhnungserklärung.
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Steinbach gilt auch in Fragen abseits der Vertriebenen-Frage als stramm konservativ: So trat sie aus der Evangelischen Kirche aus, um gegen den Segen zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften zu protestieren. Gegenüber Rechtsradikalen grenzte sich Steinbach jedoch wiederholt ab. Es gäbe rechtsradikale Kräfte, die versuchten, den BdV für ihre Zwecke zu unterwandern, warnte sie 2000.
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Als Steinbach am 1. Mai 1998 zur BdV-Präsidentin gewählt wurde, war dies in zweierlei Hinsicht etwas Neues: Zum ersten Mal bekam der Verband eine Frau als Vorsitzende. Außerdem war sie die erste BdV-Präsidentin ohne Erinnerung an die Vertreibung.
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Kritiker werfen ihr vor, dass sie nicht aus einer alteingessesenen westpreußischen Familie stammt: Ihr Vater wurde als Besatzungssoldat in Westpreußen stationiert, ihre Mutter dorthin dienstverpflichtet. Dem Vorwurf, gar keine Heimatvertriebene zu sein, entgegnete sie: "Man muss kein Wal sein, um sich für Wale einzusetzen". Medien kritisieren sie dagegen unter anderem als "PR-Tante der Vertriebenen" (taz) oder "Berufsvertriebene" (Süddeutsche Zeitung). Dennoch sitzt sie fest im Sattel: Fast elf Jahre hält sie sich nun schon auf dem Posten.
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Der Bund der Vertriebenen hat Steinbach für den Stiftungsbeirat des von der Bundesregierung geplanten Zentrums gegen Vertreibung nominiert. Sowohl der alte Unions-Koalitionspartner SPD als auch der neue FDP lehnen das aber ab. Das gesamte politische Wirken der CDU-Politikerin steht im Zeichen des Themas, hier bei der Eröffnung der Ausstellung "Erzwungene Wege. Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts" 2006. Polnische Medien greifen sie regelmäßig scharf an. So zeigte die rechts-konservative polnische Zeitung "Wrpost" eine Satire, in der Steinbach in SS-Uniform auf dem damaligen Kanzler Gerhard Schröder (SPD) reitet.
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Für Spitzenpolitiker der Union gehört der "Tag der Heimat" des BdV immer noch zu einem Pflichttermin. Angela Merkel, damals noch Kanzlerkandidatin, besuchte ihn im Oktober 2005. Damals versprach sie Steinbach, sich im Falle eines Wahlsiegs der Union für ein Vertriebenenzentrum in Berlin einzusetzen.
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Der Bund der Vertriebenen sah seine politische Heimat traditionell immer bei der Union. In den vergangenen Jahren gab es allerdings auch eine vorsichtigere Annäherung an die SPD, was sich 2005 beispielsweise durch den Besuch des damaligen Innenministers Otto Schily zeigte. Als erstrer SPD-Kanzler sprach Gerhard Schröder 2000 vor dem BdV.