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Zwei neue Zeugen benannt: Ermittlungen im Fall Kurnaz wieder aufgenommen

zuletzt aktualisiert: 06.08.2007 - 18:01

Tübingen (RPO). Die Staatsanwaltschaft Tübingen hat die Ermittlungen im Fall Murat Kurnaz wegen gefährlicher Körperverletzung gegen zwei Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) überraschend wieder aufgerollt.

Das bestätigte Oberstaatsanwalt Walter Vollmer am Montagabend. Der Anwalt des ehemaligen Guantanamo-Häftlings habe zwei neue Zeugen benannt. Dabei handele es sich um ehemalige Mitinsassen von Kurnaz aus Großbritannien. Man versuche jetzt über die Rechtshilfe, die beiden Personen zu der Sache zu vernehmen.

Ende Mai hatte die Staatsanwaltschaft Tübingen die Ermittlungen gegen zwei Soldaten des KSK Calw wegen fehlender Aufklärungsmöglichkeiten eingestellt - "trotz verbleibender Bedenken gegen die Darstellung der Beschuldigten und trotz der grundsätzlichen Glaubwürdigkeit der Darstellung des Murat Kurnaz", wie es in der Mitteilung hieß.

Den zwei KSK-Soldaten wird vorgeworfen, den in Bremen aufgewachsenen türkischen Staatsangehörigen Kurnaz Anfang des Jahres 2002 in einem Lager der amerikanischen Streitkräfte in Kandahar in Afghanistan misshandelt zu haben.

Kurnaz war im Dezember 2001 bei einer Buskontrolle in Pakistan festgenommen und nach Angaben seines Anwalts zunächst nach Afghanistan gebracht worden. Später wurde er unter Terrorverdacht in das US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba eingeliefert. Erst nach einer Intervention von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Washington kam der heute 25-Jährige am 24. August 2006 zu seiner Familie nach Deutschland zurück.

Quelle: ap

 
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