Neue Regeln für Transplantationen: EU-Parlament erleichtert Organspenden
VON ANJA INGENRIETH - zuletzt aktualisiert: 20.05.2010 - 08:02Düsseldorf (RP). Patienten in Deutschland können auf kürzere Wartezeiten für Spenderorgane hoffen: Das Europaparlament hat am Mittwoch einheitliche Qualitäts- und Sicherheitsstandards für Transplantationen in der EU verabschiedet. Diese sollen ab 2012 die Zahl der verfügbaren Organe erhöhen.
"Die Richtlinie erleichtert die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Das hilft, Engpässe zu überbrücken, und verbessert die Überlebenschancen der Patienten", so der Arzt Peter Liese, gesundheitspolitischer Sprecher der Europäischen Volkspartei im Europaparlament. Im vereinten Europa sei es ein Unding, dass ein Patient im Grenzgebiet kein Organ aus seinem Nachbarland erhalten könne.
Jeden Tag sterben zwölf Menschen in der Gemeinschaft, weil das benötigte Spenderorgan nicht verfügbar ist. 60.000 Menschen stehen insgesamt auf Wartelisten.
Die Bundesrepublik hat zwar im sogenannten Eurotransplant-Verbund Kooperationsvereinbarungen mit Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Slowenien und Kroatien geschlossen. Ein Patient in Berlin kann aber kein Spender-Herz aus Polen erhalten, einer aus Karlsruhe keines aus Straßburg.
Die einheitlichen Standards sollen künftig die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern verbessern. Außerdem fordert die EU die Mitgliedsstaaten auf, ein System für den Organ-Austausch aufzubauen.
Herz, Niere und andere Organe müssen künftig europaweit vom Spender bis zum Empfänger lückenlos rückverfolgbar sein. Strikte einheitliche Sicherheits- und Hygiene-Vorschriften sind Pflicht.
Auch wenn ein Organ aus einem anderen Mitgliedsland kommt, sollen die Empfänger sicher sein, dass nicht HIV, Hepatitis-Viren oder Krebszellen übertragen werden.
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