Schröder, Fischer und Blair gratulieren dem irischen Politiker: EU-Parlamentspräsident Pat Cox mit Karlspreis ausgezeichnet
zuletzt aktualisiert: 20.05.2004 - 12:31Aachen (rpo). Der Ire Pat Cox, Präsident des Europäischen Parlaments, ist am Donnerstagvormittag in Aachen mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet worden. Die Verleihungszeremonie fand traditionsgemäß im Krönungssaal des Rathauses statt.
Cox bekam die Auszeichnung in Anerkennung seiner herausragenden Verdienste um "die Erweiterung und Demokratisierung der Europäischen Union", wie es in der Verleihungsurkunde heißt. Das Karlspreisdirektorium ehrt mit ihm als Präsidenten des Europäischen Parlaments "den obersten Repräsentanten der Institution, die mit der Legitimation des einzig direkt gewählten EU-Organs dem demokratischen Element der Union Gestalt gibt, die dem Prozess der Erweiterung in entscheidender Weise Qualität und Dynamik verliehen hat und auf der nun die Hoffnungen für eine weitere Vertiefung des Einigungsprozesses ruhen."
Aachens Oberbürgermeister Jürgen Linden (SPD), der die Verleihung vornahm, bezeichnete Cox als einen "Europäer aus Leidenschaft". Er habe sich als "Motor der Europäischen Union" erwiesen. Linden mahnte zugleich eine gemeinsame europäische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik an. Wer Europa wolle, müsse nationale Interessen zurückstellen. Erforderlich sei auch ein europäischer Außenminister.
Der ehemalige französische Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing sagte bei seiner Laudatio, mit Cox sei zugleich Irland mit dem Karlspreis ausgezeichnet worden. Irland als einst ärmste Region im britischen Raum habe wirtschaftlich einen "enormen Aufschwung" erlebt, womit die lange Zeit des Leidens der Bevölkerung vorbei sei.
Bei der Karlspreisverleihung wurde darüber hinaus die Forderung nach einer gemeinsamen europäischen Verfassung laut. Für dieses Vorhaben müssten sich alle EU-Länder engagieren, forderte Giscard d'Estaing. Eine "Billigverfassung" müsse allerdings unter allen Umständen verhindert werden. Auch Cox sprach sich für eine zügige Verabschiedung einer europäischen Verfassung aus. Europa müsse von Worten zu Taten übergehen, verlangte Cox.
Nach Aachen waren insgesamt 800 geladene Gäste gekommen. Mit von der Partie waren unter anderem Altbundespräsident Walter Scheel, Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement sowie der nordrhein-westfälische Innenminister Fritz Behrens (beide SPD).
Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als eine der bedeutendsten europäischen Auszeichnungen. Er wird seit 1950 an Persönlichkeiten und Institutionen verliehen, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben.
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