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Kampf gegen gefälschte Medikamente: EU verabschiedet Richtlinie zum Patientenschutz

zuletzt aktualisiert: 16.02.2011 - 20:27

Straßburg (RPO). Die EU will den Kampf gegen gefälschte Medikamente verschärfen. Dazu verabschiedete das Europaparlament am Mittwoch eine Richtlinie, die den Schutz der Verbraucher vor unwirksamen und möglicherweise gefährlichen Arzneimitteln verbessern soll.

Vorgesehen sind beispielsweise Barcodes auf allen Packungen, die den Apothekern anzeigen, woher das Medikament kommt und ob es sich um ein Originalpräparat handelt. Fälschungssichere Merkmale an den Verpackungen, etwa Hologramme, sollen zudem verhindern, dass diese geöffnet und der Inhalt manipuliert wird.

Auch der Verkauf gefälschter Medikamente im Internet soll erschwert werden. Dazu werden von der EU anerkannte Online-Apotheken ein Logo erhalten.

Die meisten gefälschten Arzneimittel würden über das Internet verkauft, erläuterte der gesundheitspolitische Sprecher der Christdemokraten, Peter Liese (CDU). Dank des EU-Logos könnten Patienten künftig anerkannte Apotheken leichter von unseriösen Anbietern unterscheiden.

Aber auch beim Einkauf in der herkömmlichen Apotheke gebe es derzeit keine völlige Sicherheit. "Die Apotheker verlassen sich auf ihre direkten Lieferanten", betonte Liese. "Wenn zuvor ein gefälschtes Produkt in die Lieferkette eingeschmuggelt wurde, können sie dies heute nicht erkennen."

Das Europaparlament hatte die Neuregelung vorab mit dem Ministerrat ausgehandelt, in dem die 27 EU-Staaten vertreten sind. Sie kann somit in Kürze in Kraft treten. Die Mitgliedsländer müssen die Maßnahmen bis spätestens Frühjahr 2016 in nationales Recht umsetzen.

Er gehe aber davon aus, dass die meisten Länder dies bereits früher machen werden, sagte Liese. Dies sei im Interesse der Pharmaindustrie und der Verbraucher. Das EU-Logo für Internetapotheken werde vermutlich bereits im kommenden Frühjahr eingeführt.

Anlass für das EU-Gesetz ist der in den letzten Jahren stark angestiegene Vertrieb gefälschter Medikamente. Nach Angaben der EU-Kommission beschlagnahmte der Zoll 2008 rund 32 Millionen geschmuggelte Arzneimittel - mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor.

Besonders häufig wird demnach das Potenzmittel Viagra gefälscht, sowie teure und häufig verschriebene Präparate, etwa Antibiotika, Krebsmedikamente, Mittel gegen Bluthochdruck oder Psychopharmaka.

Der neue Sicherungsmechanismus soll daher zunächst vor allem auf verschreibungspflichtige und besonders teure Medikamente angewandt werden. Aufwand und Nutzen müßten im Verhältnis stehen, erläuterte der FDP-Abgeordnete Holger Krahmer. "Nicht jede Aspirin-Schachtel soll automatisch ein teures Sicherheitsmerkmal bekommen".

Quelle: AFP

 
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