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Partei-Ziel: 2013 Bundestags-Einzug : Ex-BDI-Chef Henkel will Freie Wähler unterstützen

zuletzt aktualisiert: 19.12.2011 - 17:41

Berlin (RPO). Wirtschaftsfachmann Hans-Olaf Henkel will die Freien Wähler zu einer bundespolitischen Größe machen. "Ich sehe ein Riesenpotenzial für diese Partei", sagte Henkel am Montag in Berlin.

Der ehemalige Chef des BDI will bei der nächsten Bundestagswahl die Freien Wähler untrstützen. Foto: ddp
Der ehemalige Chef des BDI will bei der nächsten Bundestagswahl die Freien Wähler untrstützen. Foto: ddp

Die Freien Wähler könnten eine "neue liberale Heimat" für enttäuschte FDP- und Unions-Mitglieder werden. Einen Mitgliedsantrag habe er bereits gestellt, ein Mandat wolle er voraussichtlich jedoch nicht übernehmen, sagte der ehemalige Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Kritik an seinem Engagement kam von FDP und CSU.

Die Partei wolle bei der Bundestagswahl 2013 antreten, sagte der Vorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger. Er sei froh, mit Henkel einen "Bündnispartner" dafür gefunden zu haben, der "ein ausgewiesener Kenner der Wirtschaftsszene" sei und es wage, "auch mal aus dem Mainstream heraus zu denken". Gemeinsames politisches Ziel sei eine solide europäische Finanzpolitik.

Henkel kritisiert FDP-Mitgliederentscheid

In der Politik der FDP finde er sich dagegen nicht mehr wieder, sagte Henkel. Die Partei habe mit dem Votum zum dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM beim Mitgliederentscheid ihren liberalen Geist endgültig aufgegeben und einer "Vergemeinschaftlichung der Schulden" zugestimmt. "Nach meiner Meinung hat sich die FDP selbst umgebracht", sagte Henkel. Er hatte die FDP in der Vergangenheit politisch und finanziell unterstützt, war jedoch nie Parteimitglied.

Von einer möglichen Parteineugründung distanzierte sich Henkel.
Zwar sei dies überfällig, jedoch halte er den bürokratische Akt für zu aufwendig, sagte er. Die Freien Wähler seien dagegen bereits etabliert und würden die "gleichen liberalen Ideale" vertreten wie er selbst, sagte Henkel.

Kritik von FDP und CSU

Der neue FDP-Generalsekretär Patrick Döring bedauerte Henkels Engagement für die Freien Wähler. "Vor der Person und Lebensleistung von Herrn Henkel muss man Respekt haben", sagte Döring der "Saarbrücker Zeitung". Umso trauriger sei es zu sehen, was Henkel in den vergangenen Monaten so treibe. "Hans-Olaf Henkel und die Freien Wähler - das ist wie seinerzeit David Hasselhoff im Musikantenstadl: Passt nicht und ist peinlich", sagte er.

Auch CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt kritisierte die Zusammenarbeit. "Erst die Pauli, jetzt der Henkel - Aiwanger macht die Freien Wähler zur Reste-Ecke für Politik-Irrläufer", sagte Dobrindt der "Passauer Neuen Presse". Gabriele Pauli hatte der CSU einst den Rücken gekehrt und war zu den Freien Wählern übergelaufen.

Die Freien Wähler sind in verschiedenen Kommunalparlamenten und im bayrischen Landtag vertreten. Bei den Wahlen zum Europaparlament 2009 erhielten sie 1,7 Prozent.

 

Quelle: APD

 
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