30 Jahre nach Buback-Mord: Ex-Terrorist Wisniewski droht neues Verfahren
zuletzt aktualisiert: 23.04.2007 - 13:09Berlin (RPO). 30 Jahre nach der Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback und zwei seiner Begleiter durch die RAF könnte der Fall neu aufgerollt werden. Das ehemalige RAF-Mitglied Peter-Jürgen Boock hatte zuvor im "Spiegel" erklärt, Stefan Wisniewski habe 1977 die tödlichen Schüsse abgegeben. Politiker aller Parteien erneuern unterdessen ihre Forderung nach vollständiger Aufklärung.
Boock hatte erklärt, dass sein früherer Komplize Stefan Wisniewski auf Buback geschossen habe. Für den Generalstaatsanwalt Klaus Pflieger zeichnet sich durch diese Aussage ein neues Ermittlungsverfahren ab. Sollte tatsächlich Wisniewski der Todesschütze sein, müsse neu ermittelt werden, sagte Pflieger dem Westdeutschen Rundfunk.
Wiesniewski war 1981 unter anderem wegen der Entführung und Ermordung von Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer zu zweimal lebenslänglich verurteilt worden. Nach 21 Jahren Haft wurde er wieder freigelassen.
Die ehemalige Terroristin Verena Becker gab nach "Spiegel"-Informationen dem Verfassungsschutz schon Anfang der 80er Jahre Informationen über Wisniewskis Tatbeteiligung. Die deutschen Ermittlungsbehörden stehen jetzt im Verdacht, diese Erkenntnisse zurückgehalten zu haben.
Innenminister Wolfgang Schäuble ordnete eine umfassende Untersuchung der Vorgänge bei Bundeskriminalamt und Bundesverfassungsschutz an. Der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Richard Meier, wies die Vorwürfe zurück. "Es wurden nach meinem Wissen keine Erkenntnisse zum Täterkreis der RAF unterdrückt", sagte Meier der "Bild"-Zeitung.
Ein Hintergrund ist die anstehende Entscheidung von Bundesspräsident Horst Köhler über das Gnadengesuch Christian Klars. Klar war unter anderem wegen der Buback-Morde zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt worden. Der Sohn des Opfers, Michael Buback, überraschte kürzlich mit der Forderung, Klar zu begnadigen. Dies hatte bei den Angehörigen der anderen Klar-Opfer einiges Unverständnis ausgelöst.
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