kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Volker Rühe warnt Bundesregierung: Ex-Verteidigungsminister schimpft über Panzer-Deal

zuletzt aktualisiert: 10.07.2011 - 20:32

Berlin (RPO). Der Ärger über das mutmaßliche Waffengeschäft mit Saudi-Arabien reißt nicht ab. Nun fordert mit Volker Rühe ein ehemaliger Verteidigungsminister aus den Reihen der Union für neuen Zündstoff und fordert die Bundesregierung auf, den Deal zu stoppen. Derweil bleiben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere Regierungsmitglieder bei ihrem eisernen Schweigen.

Der Kampfpanzer Leopard 2 A6 EX auf dem Gelände der Herstellerfirma Krauss-Maffei Wegmann in München. Das Kürzel "EX" im Typennamen kennzeichnet die Exportversion des Panzers  Foto: dapd, dapd
Der Kampfpanzer Leopard 2 A6 EX auf dem Gelände der Herstellerfirma Krauss-Maffei Wegmann in München. Das Kürzel "EX" im Typennamen kennzeichnet die Exportversion des Panzers Foto: dapd, dapd

"Dieses Waffengeschäft muss gestoppt werden", sagte Rühe dem "Spiegel". Die Bundesregierung fördere nur eine scheinbare Stabilität, wenn sie dem autoritären Saudi-Arabien moderne Kampfpanzer des Typs "Leopard 2" liefere. Wirkliche Stabilität erhalte das Land "nicht durch deutsche Panzer, sondern nur durch tiefgreifende Reformen". Deutschland solle sich nicht "auf der falschen Seite der Geschichte wiederfinden", warnte Rühe.

Bundespräsident Christian Wulff hingegen verteidigte das Panzergeschäft mit Riad: Im ZDF-Sommerinterview betonte er am Sonntag, dass der Rüstungsexport schließlich mit Israel und den NATO-Partnern abgestimmt sei. Wulff sprach sich zugleich dafür aus, stärker auf Saudi-Arabien einzuwirken um eine Öffnung des Landes zu erreichen, etwa was die Frauenrechte anbelange

"Große strategische Bedeutung"

Die Kanzlerin sagte dem Sender Sat.1, trotz erheblicher Defizite bei den Menschenrechten sei Saudi-Arabien ein Land von "großer strategischer Bedeutung". Auch Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) würdigten die Saudis als Stabilitätsfaktor in der Region.

Friedrich bezeichnete in der "Bild am Sonntag" Saudi-Arabien als wichtigen Verbündeten im Kampf gegen den islamistischen Terror. De Maizière sagte dem "Hamburger Abendblatt", die Entscheidung über Rüstungslieferungen sei "zunächst eine sicherheitspolitische": "Menschenrechtsüberlegungen müssen eine Rolle spielen, doch überwiegen die internationalen Sicherheitsinteressen."

Gabriel: Panzerdeal "politisch und moralisch unvertretbar"

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel nannte den Panzerdeal dagegen "politisch und moralisch unvertretbar. Denn es waren saudische Panzer, die in Bahrain die Freiheitsbewegung bekämpften", sagte Gabriel der "Passauer Neuen Presse". Mit dem Waffengeschäft habe die Bundesregierung "jeden Kredit verspielt - im Inland wie im Ausland".

Linke-Chef Klaus Ernst sagte: "Die Bundesregierung muss den Waffen-Deal mit Saudi-Arabien sofort stoppen." Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin kritisierte: "Offiziell schweigen sie, doch klammheimlich rechtfertigen Merkels Minister den Panzerdeal mit dem saudischen Despoten Abdullah."

"Missachtung des Parlaments"

SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann kritisierte zudem, "dass die Koalition im Parlament jede Auskunft verweigert und gleichzeitig in der Presse in die Offensive geht." Das sei eine Missachtung des Parlaments. Die Geheimhaltungsvorschriften über die Verhandlungen im Bundessicherheitsrat seien überholt.

Auch Grünen-Chefin Claudia Roth machte Merkel und ihren Ministern den Vorwurf, sich nur in den Medien zu äußern, statt vor dem Parlament Rede und Antwort zu stehen. "Die Bundesregierung verhöhnt das Parlament", sagte Roth dem Onlineportal "sueddeutsche.de".

Brüderle droht mit Strafrecht

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) wies die Kritik von SPD und Grünen zurück. Der "Bild-Zeitung" (Montagausgabe) sagte Westerwelle: "Der Bundessicherheitsrat tagt geheim. Das haben auch die heutigen Oppositionsparteien so gehalten, als sie noch regierten."

Auch Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte: "Eine Regierung muss die Möglichkeit haben, über komplexe Sicherheitsfragen im Geheimen zu beraten." Der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Stefan Müller, betonte, er könne sich "nicht daran erinnern, dass die rot-grüne Bundesregierung Rüstungsgeschäfte im Parlament verhandelt hätte".

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle drohte in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" mit Blick auf die nach außen getragenen Informationen sogar mit dem Strafrecht: "Dem muss man nachgehen."

Quelle: apd/pst

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Mubarak spottet über neue Politikergeneration

Ägyptens Ex-Präsident

Mubarak spottet über Politiker

Mit Hohn und Spott verfolgt Ex-Präsident Husni Mubarak die neue Generation ägyptischer Politiker. mehr 

Präsident im Kriegsmodus

Warum Hollande Syrien mit Militär droht

Präsident im Kriegsmodus

Frankreichs neuer Präsident François Hollande droht Syrien mit einer Militärintervention - ... mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Ägyptens Ex-Präsident

Mubarak spottet über Politiker

Warum Hollande Syrien mit Militär droht

Präsident im Kriegsmodus

Schmutz-Wahlkampf in den USA

Obama macht Romney zum Vampir

Diskussion um Nichtraucherschutz

"Rauchen ist bei jungen Menschen out"

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Italien: Frau lebend aus Trümmern gezogen

Das Beben in Norditalien war am Dienstagabend schon 12 Stunden her, da gab es eines dieser kleinen Wunder, auf die die Menschen in den ... mehr 

Schröder hält am Krippenausbau fest

"Wir dürfen die Eltern nicht enttäuschen"

Familienministerin Schröder hält daran fest: Ab August 2013 soll der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung gelten. Am Mittwoch legte sie ein Zehn-Punkte-Programm vor. Mit seiner Hilfe sollen doch noch 160.000 Betreuungsplätze entstehen. "Fast ... mehr

 

Ministerin will auf Uni-Bewertung warten

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

 
 

Streitpunkt Vorratsdaten

EU-Kommission wird Deutschland verklagen

 

Merkel nur noch knapp vorn

Kraft stürmt die Beliebtheits-Charts

 

Ramsauers Vorschlag abgeblockt

Merkel erteilt Pkw-Maut klare Absage

Top-Services