TV-Dokus über Sozialfahnder: Experte: Hartz-IV-Soaps sind Unfug
zuletzt aktualisiert: 24.08.2008 - 14:44Berlin/München (RPO). Experten halten nicht viel von den aktuellen Doku-Soaps über Sozialfahnder bei Hartz-IV-Empfängern. Der Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) verurteilt derartige Formate schlichtweg als "Unfug". Stattdessen werde der "immer gleiche Voyeurismus bedient.
Er bezweifele, dass in Sendungen wie der SAT.1-Dokusoap "Gnadenlos gerecht - Sozialfahnder ermitteln" der "Gerechtigkeit" zum Sieg verholfen wird, sagte der Politiker in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Focus". "Das halte ich schlicht für Unfug." In der ersten Folge der Serie kontrollierten Sozialfahnder bei unangemeldeten Hausbesuchen die finanziellen Leistungen für "Hartz IV"-Empfänger.
Stattdessen werde in solchen Berichten, die schon fast alle Fernsehsender gezeigt hätten und die deswegen entbehrlich seien, "immer der gleiche Voyeurismus" bedient, erklärte der Bezirksbürgermeister. Die Zuschauer wollten sich mit Blick auf eine bestimmte Gruppe "unterhalb der kleinbürgerlichen Ebene" unterhalten. Das sei für ihn "'Bild'-Zeitungs-Fernsehen", sagte Buschkowsky zu "Focus"
Den Missbrauch bei Sozialleistungen schätzt der Bezirksbürgermeister auf einen Anteil "zwischen 15 und X Prozent". Wo es um Geld gehe, "gibt's auch Schummelei", sagte Buschkowsky. Deshalb müsse es solche Kontrollen geben.
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