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Wissenschaftler untersuchten Bücher der Bonner Schule: Fahd-Akademie: Ausländerhass als Erziehungsziel

zuletzt aktualisiert: 24.06.2004 - 22:02

Bonn/Düsseldorf (rpo). In den Schulbüchern der umstrittenen Bonner Fahd-Akademie wird offenbar der "Kampf gegen Ungläubige" vorbereitet. Mehrere Medien veröffentlichten am Donnerstag Teile eines noch nicht bekannten Zwischengutachtens des nordrhein-westfälischen Landesinstituts für Schule.

Mit dem Gutachten sollte ermittelt werden, ob die Schulbücher Hass und Militanz schüren und die Bereitschaft zu extremistischen Taten fördern. In den Lehrbüchern "steht das Töten nicht unter Tabu, sondern wird, wenn es um den Glauben geht, für notwendig gehalten", zitiert "Panorama" aus dem Gutachten.

Den Kindern werde "geradezu eingetrichtert, dass der Islam und damit alle Muslime seit den Kreuzzügen bis heute durch die Juden und die Christen existenziell bedroht seien". Es sei daher "erste Pflicht eines jeden Muslims, sich auf den Kampf gegen diese Feinde vorzubereiten". Weiter heißt es in der Analyse: "Es wäre eine Übertreibung, diese Erziehung als Erziehung zum Terrorismus zu bezeichnen, aber es ist doch eine soziale und mentale Grundlegung für eine solche Option."

Die Wissenschaftler hatten 40 Schulbücher der Bonner König-Fahd-Akademie untersucht. Die von Saudi-Arabien finanzierte Schule mit angeschlossener Moschee war im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geraten, weil sie sich nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden zu einem Anziehungspunkt für Islamisten aus der ganzen Bundesrepublik entwickelt hatte.

An der Akademie werden die offiziellen saudischen Schulbücher verwendet. Zurzeit gehen dort 445 arabischsprachige Jungen und Mädchen in die Klassen eins bis zwölf - etwa zwei Drittel haben die deutsche Staatsbürgerschaft.

Die CDU-Landtagsfraktion forderte die Landesregierung auf, unverzüglich Konsequenzen aus dem Gutachten zu ziehen. "Der Bericht stellt fest, dass die Schulbücher der Fahd-Akademie mit unserer Weltanschauung in keiner Weise vereinbar sind", sagte der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Theo Kruse, in Düsseldorf. Wenn sogar das Töten bei Glaubensfragen für notwendig erachtet werde, sei eindeutig eine Grenze überschritten. Jetzt müsse der Kontakt mit Saudi-Arabien aufgenommen werden, um diese Angelegenheit endlich zu klären.


 
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