Terror-Schock in Deutschland: Fahndung nach Hintermännern läuft
zuletzt aktualisiert: 06.09.2007 - 07:53Berlin (RPO). Deutschland unter Terror-Schock: Nach den vereitelten Anschlagsplänen und der Festnahme von drei Verdächtigen suchen die Sicherheitsbehörden noch immer nach den Hintermännern.
Mit "etwa zehn" Hintermännern bezifferte der Innenstaatssekretär August Hanning am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin die Zahl derer, nach denen noch gesucht wird. Es handele sich um Deutsche, Türken und Verdächtige anderer Nationalitäten, sagte Hanning. "Das ist das Netzwerk, das wir derzeit kennen." Die Ermittler versuchten, alle Personen im Hintergrund der vereitelten Terrorpläne zu identifizieren. Die Fahndung laufe derzeit.
Von dieser Terrorzelle gehe derzeit keine Gefahr mehr aus, sagte er. "Aber es bleibt natürlich die grundsätzliche Bedrohung. Es bleibt der Auftrag, in Deutschland Anschläge durchzuführen, und dieser Auftrag beunruhigt uns."
Hanning betonte die Bedeutung der Überwachung des Internets bei der Terrorfahndung. Das "zentrale Medium des internationalen Terrorismus" diene zum Austausch von Botschaften und zur Verbreitung etwa von Bombenbauanleitungen. Die Ermittler nutzten die rechtlichen Möglichkeiten aus, die ihnen von der Strafprozessordnung und dem Bundesverfassungsgericht vorgegeben seien.
Am Mittwoch hatten die Behörden die Festnahmen von drei Terrorverdächtigen bekannt gegeben, die Bombenanschläge verheerenden Ausmaßes geplant haben sollen.
Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hat im Zusammenhang mit dem vereitelten Terroranschlag erneut für den Einsatz der Bundeswehr im Innern geworben. Man müsse auch an drohende Anschläge aus der Luft und von See her denken, sagte Jung unserer Zeitung. "Die Bundeswehr muss auch zum Schutz Deutschlands und seiner Bürgerinnen und Bürger da sein", sagte Jung.
Der Verteidigungsminister hob die Leistungsfähigkeit der Bundeswehr bei der Abwehr vor Terrorbedrohungen hervor. Sie könne startende Maschinen in Hamburg und gleichzeitig landende auf dem Londoner Flugplatz Heathrow beobachten.
Er wünsche sich, "dass Union und SPD möglichst bald die verfassungsrechtliche Klarstellung auf den Weg bringen, damit die Truppe bei entsprechender Gefahrenlage gegen Bedrohungen aus der Luft und von See eingesetzt werden kann".
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