kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

War er direkt in die Planungen einbezogen?: Fall Kurnaz: Neue Vorwürfe gegen Steinmeier

zuletzt aktualisiert: 26.01.2007 - 08:55

Hamburg (RPO). Der Fall Kurnaz spitzt sich für Außenminister Frank-Walter Steinmeier weiter zu: Einem Medienbericht zufolge soll er direkt in die Planungen einbezogen gewesen sein, Kurnaz' Rückkehr nach Deutschland zu verhindern. Steinmeier verteidigt sich: Die Sicherheit der Menschen in Deutschland habe für ihn oberste Priorität gehabt.

Die "Berliner Zeitung" beruft sich in ihrem Bericht auf ein Schreiben an den damaligen Innenstaatssekretär Claus Henning Schapper.

Das Papier vom 30. Oktober 2002 habe detailliert das rechtliche Vorgehen erörtert, mit dem Kurnaz die Aufenthaltsgenehmigung entzogen werden sollte. Es habe mit dem Hinweis "Information Steinmeier" sowie Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz und Auswärtiges Amt geendet.

Der Zeitung zufolge heißt es in dem Schreiben unter anderem: "Eine Rückkehr in die Bundesrepublik wird offenbar angestrebt. Zwischen Bundeskanzleramt und BMI (Bundesinnenministerium) besteht Einvernehmen, dass eine Wiedereinreise nicht erwünscht ist."

Hintergrund des Einvernehmens war laut "Berliner Zeitung" offenbar die Sorge, Kurnaz könne bei einer Rückkehr nach Deutschland erfolgreich gegen eine Ausweisung klagen, weil ihm die deutschen Behörden keine extremistischen Bestrebungen hätten nachweisen können. So heiße es in dem Papier: "Dünne Beweislage zum terroristischen Hintergrund würde jahrelange gerichtliche Auseinandersetzuungen provozieren, während der Ausländer in Deutschland lebt."

Steinmeier in der Offensive

Steinmeier verteidigt sein Vorgehen im Fall Kurnaz: Nach dem 11. September 2001 habe es oberste Priorität gehabt, die Sicherheit der Menschen in Deutschland zu garantieren. "Wir mussten mit Bluttaten auch bei uns rechnen und alles tun, um dies zu verhindern", so Steinmeier. Inzwischen wurde bekannt, dass auch der frühere US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld im Fall Kurnaz eine entscheidende Rolle gespielt haben soll.

"Nach dem 11. September 2001 war unsere oberste Priorität, die Sicherheit von 82 Millionen Menschen in Deutschland zu garantieren", sagte Steinmeier der "Bild"-Zeitung. "Führende Köpfe der Anschläge von New York und Washington kamen aus Hamburg. Und es gab weitere Gruppen und Netzwerke von gewaltbereiten Islamisten in anderen deutschen Städten. Wir mussten mit Bluttaten auch bei uns rechnen und alles tun, um dies zu verhindern."

Der SPD-Politiker fügte hinzu: "In dieser Zeit mussten wir viele schwierige Entscheidungen treffen. Mein Prinzip war dabei immer: größtmögliche Sicherheit für die Menschen schaffen, ohne unsere rechtstaatlichen Prinzipien zu gefährden. Daran habe ich mich immer gehalten, auch im Fall Kurnaz. Unsere Haltung war eindeutig: Jeder, auch wenn er des Terrorismus verdächtigt wird, hat Anspruch auf ein rechtstaatliches Verfahren."

Auf die Frage, warum deutsche Behörden sich bemühten, Kurnaz die Aufenthaltserlaubnis in Deutschland zu entziehen, sagte Steinmeier, der seinerzeit Chef des Bundeskanzleramtes war: "Die Alternative lautete doch nicht Deutschland oder Guantanamo. Was sprach denn gegen seine Entlassung in die Türkei, wo seine Ehefrau und weitere Familienangehörige leben? Die Bundesregierung hat die Freilassung von Kurnaz zu keinem Zeitpunkt hintertrieben. Niemand von uns wollte ihn in Guantánamo schmoren lassen." Er ergänzte: "Wir haben damals im Kanzleramt nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt - und haben uns heute nichts vorzuwerfen."

Der Minister äußerte die Erwartung, "dass der Fall von Herrn Kurnaz so schnell wie möglich im Untersuchungsausschuss geklärt wird. Das muss zügig und gründlich geschehen. Jeder sieht doch, dass die vielen Einzelakten und Papiere, die jetzt in den Zeitungen stehen, kein vollständiges Bild ergeben. Ich werde dazu meinen Beitrag leisten, dass am Ende Klarheit herrscht."  

Quelle: afp

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. mehr 

Syrische Deserteure drohen Assad

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Die westlichen Staaten und die syrischen Rebellen drohen dem Assad-Regime mit einer härteren Gangart. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Machtkampf bei den Linken

Kipping lässt Riexinger abblitzen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Kurios: Flugzeuge verhaken sich ineinander

Auf dem Chicagoer Flughafen sind sich zwei sehr ungleiche Flugzeuge ins Gehege gekommen. Eine Boeing 747 wollte sich auf den Weg machen, als ... mehr 

Bundespräsident Gauck in Israel

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. Damit brachte er den Zentralrat der Muslime gegen sich auf. Gauck betreibe Geschichtsfälschung. mehr

 

Machtkampf bei den Linken

Kipping lässt Riexinger abblitzen

 

Letzter DDR-Wirtschaftsminister

Gerhard Pohl tot aufgefunden

 

Minister stellt neues Programm vor

Altmaier grenzt sich von Röttgen ab

 
 

Bundesinnenminister Friedrich im Interview

Deutschland schickt 30 Polizeibeamte zur EM

Top-Services