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Familie Elterngeld Leyen platzhalter 2005 ap
  Foto: AP, AP
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Kritik an Betreuungsgeld: Familienbund fordert mehr Elterngeld

VON EVA QUADBECK - zuletzt aktualisiert: 26.11.2009 - 07:29

Berlin (RP). In der Debatte um das Betreuungsgeld hat der Familienbund der Katholiken ein Umdenken gefordert. "Wir brauchen eine Anschlussleistung an das Elterngeld, das allen Eltern gezahlt wird", sagte die Präsidentin des Familienbundes, Elisabeth Bußmann, unserer Redaktion.

Mütter und Väter von Kindern unter drei Jahren sollten die Geldleistung erhalten, unabhängig davon, ob sie ihre Kinder ausschließlich zu Hause erzögen oder damit einen Ganztagsplatz in der Kita bezahlten, der zwischen 300 und 500 Euro pro Monat koste. Einem Gutscheinmodell erteilte Bußmann eine klare Absage. "Ich empfinde es als diffamierend, wenn man Familien unterstellt, sie könnten nicht mit Geld umgehen. Die Familien sind diejenigen in unserer Gesellschaft, die mit knappsten Mitteln wirtschaften müssen."

Union und FDP streiten darüber, ob das für 2013 geplante Betreuungsgeld für Zwei- und Dreijährige von 150 Euro monatlich in bar oder als Gutschein ausgezahlt werden soll. Die Liberalen fordern die Vergabe von Gutscheinen, die Eltern für ihre Kinder einlösen sollen. Die Mehrheit der Union lehnt dies als Bevormundung der Eltern ab. Ursula von der Leyen, die grundsätzlich als Gegnerin des Betreuungsgelds gilt, sprach sich mit dem Hinweis, dass das Betreuungsgeld erst 2013 eingeführt werden soll, dafür aus, die Entscheidung zu verschieben.

Der Sozialexperte Jürgen Borchert kritisierte das geplante Betreuungsgeld als "Pflaster" für Familien. Die Debatte gehe an dem entscheidenden Punkt vorbei. Die Familien in Deutschland würden in den Sozialsystemen systematisch benachteiligt. Abgesehen von einer kleinen Ausnahme bei der Pflege gebe es keine familienpolitische Komponente bei den Beiträgen zu den Sozialversicherungen. Borchert sagte: "Das führt dazu, dass sich Familien mit zwei Kindern, die ein Durchschnittseinkommen haben, an der Grenze des Existenzminimums bewegen."

Quelle: RP

 
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