Debatte um Kinderkrippen: Familienpolitik: Kardinal Lehmann verspürt "heiligen Zorn"
zuletzt aktualisiert: 01.03.2007 - 17:16Augsburg (RPO). Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, hat den Augsburger Bischof Walter Mixa wegen dessen drastischer Aussagen zur Familienpolitik kritisiert. Gleichzeitig bekannte der Kardinal aber, auch er verspüre bei den Plänen der Regierung einen "heiligen Zorn".
"Bischof Mixa hätte stärker berücksichtigen müssen, dass viele Eltern keine Angehörigen in der Nähe haben und auf Kinderbetreuungseinrichtungen angewiesen sind", sagte der Mainzer Kardinal der "Augsburger Allgemeinen". Mixa hatte die Auffassung verteten, die Förderung von Kinderkrippen degradiere Frauen indirekt zu "Gebärmaschinen.
Mixas Kritik habe allerdings "etwas aufgedeckt und angeschärft", dass die Familienpolitik der Union nicht ausreichend sei, sagte Lehmann dem Blatt zufolge nach der Sitzung des Ständigen Rats der Deutschen Bischofskonferenz am See Genezareth in Nordisrael.
"Wenn ich von Umschichtungen beim Kindergeld höre, um die vier Milliarden für den Ausbau der Kinderkrippen zu finanzieren, kriege ich einen heiligen Zorn", betonte Lehmann nach diesen Angaben. Die Bischöfe sähen "große Gefahren" durch Pläne der Regierung, die Frauen beim Unterhaltsgeld viel schlechter zu stellen.
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