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Flüchtlinge
De Maizière verurteilt fast 700 Delikte gegen Asylunterkünfte

Berlin. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat Übergriffe auf Ausländerunterkünfte und Asylbewerber scharf verurteilt.

Dagegen müsse "mit aller Härte des Rechtsstaats" vorgegangen werden, sagte der Innenminister am Dienstag in Berlin. In diesem Jahr habe es bereits 689 Delikte gegen Asylunterkünfte gegeben, in 616 Fällen habe es sich um rechtsextreme Täter gehandelt. Die Zahl der Brandstiftungen sei auf 59 gestiegen; im Gesamtjahr 2014 seien es nur 6 gewesen.

De Maizière sprach im Anschluss an ein Treffen der Deutschen Islam-Konferenz. Daran nahmen auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) und der Sprecher des Koordinationsrats der Muslime, Zekeriya Altug, teil. Gewalt gegen Ausländer, Rassismus, Vorverurteilungen von Muslimen ebenso wie Antisemitismus müssten bekämpft werden, sagte de Maizière. Dies sei "Gift, das in diesem Land gespritzt wird".

Die Konferenz in Berlin beschloss, die Etablierung islamischer Wohlfahrtseinrichtungen in Deutschland voranzubringen, etwa in der Kinder- und Jugendhilfe und für die Altenpflege. Diese Einrichtungen sollen von 2016 an durch den Bundeshaushalt gefördert werden. Das Thema stehe in engem Zusammenhang mit dem Flüchtlingszuzug. 70 Prozent aller Flüchtlinge in diesem Jahr seien Muslime. Ihre Verbände müssten zu "Brückenbauern" und "Integrationslotsen" werden.

(dpa)
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