Fachkräftemangel: FDP fordert gesteuerte Zuwanderung
zuletzt aktualisiert: 19.07.2010 - 17:56Berlin (RPO). Die FDP will angesichts eines zunehmenden Fachkräftemangels das Zuwanderungsrecht reformieren. Deutschland stehe vor einem tiefgreifenden Mangel an qualifiziertem Personal, sagte FDP-Generalsekretär Christian Lindner am Montag in Berlin. Die FDP wolle daher innerhalb der Bundesregierung neu über "gesteuerte Zuwanderung" sprechen.
Lindner warnte vor einer "Arbeitsmarktkrise mit umgekehrtem Vorzeichen". Zwar sei der deutsche Arbeitsmarkt "gewiss nicht aufnahmefähig" für Zuwanderer mit geringer Qualifikation, an höher Qualifizierten herrsche aber ein Mangel.
Kurzfristig sollen daher nach dem Willen der Liberalen Ausländer, die hierzulande einen Hochschulabschluss erwerben, länger in Deutschland bleiben können. Das Mindestjahreseinkommen für die Aufnahme eines qualifizierten ausländischen Beschäftigten soll von 64 000 Euro auf 40 000 Euro gesenkt werden.
Mittelfristig müsse über ein "gänzlich neues Zuwanderungsrecht" nachgedacht werden, sagte Lindner weiter. Die FDP spricht sich dabei nach kanadischen oder auch australischem Vorbild für ein "Punktesystem" aus.
Lindner betonte, die Union werde erkennen, "dass sie, wenn sie sich hier verweigert, auch einen immensen, rein ökonomischen Schaden mit zu verantworten hat". An jeder Ingenieursstelle, die nicht besetzt werden könne, hingen drei bis fünf weitere Arbeitsplätze. Nötig sei eine pragmatische, ergebnisoffene Debatte in der Koalition.
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