Liberale rutschen auf acht Prozent: FDP im Umfragetief
zuletzt aktualisiert: 05.02.2010 - 08:22Berlin (RPO). 100 Tage nach dem Start von Schwarz-Gelb ist die FDP dem ARD-DeutschlandTrend zufolge erneut in der Wählergunst abgerutscht: Die FDP büßte in der so genannten Sonntagsfrage drei Punkte ein und landete bei acht Prozent. Bei der Bundestagswahl hatten die Liberalen noch ein Rekordergebnis von 14,6 Prozent erreicht. Außenminister Guido Westerwelle ist in der Beliebtheitsskala inzwischen hinter Gregor Gysi zurückgefallen.
Die liberalen Bundesminister Philipp Rösler (Gesundheit) und Rainer Brüderle (Wirtschaft) finden sich gar am Ende der Beliebtheitsskala wieder; die liberale Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger fehlt ganz. Die Arbeit von Schwarz-Gelb bewerten die Wähler zu 55 Prozent schlechter als die der großen Koalition, nur 25 Prozet finden sie besser.
Beliebtester Politiker ist inzwischen CSU-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (69 Prozent), der die christdemokratische Kanzlerin Angela Merkel (60) überholt hat. Angesehenster Sozialdemokrat ist Parteichef Sigmar Gabriel (39 Prozent).
Bei der Sonntagsfrage verliert die Berliner Koalition durch die Schwäche der FDP ihre Mehrheit. Die Union erhielte wie im Vormonat 36 Prozent, die SPD 26 (plus 1 Punkt), die Linke elf (plus 1). Gewinner sind die Grünen mit 15 Prozent (plus 3). Damit hätten Rot-Rot-Grün (52 Prozent) und Schwarz-Grün (51) Mehrheiten, Schwarz-Gelb (44) nicht.
Die Union kam in der Umfrage unverändert auf 36 Prozent. Die SPD gewann einen Punkt dazu und kam auf 26 Prozent. Die Linke verbesserte sich um einen Punkt und kam auf elf Prozent. Die Grünen gewannen drei Punkte dazu und kamen auf 15 Prozent, das ist der beste Wert, der je im ARD-DeutschlandTrend für die Partei gemessen wurde.
Bundesregierung abgestraft
Damit erreichten Union und FDP zusammen nur noch 44 Prozent, die anderen Parteien kamen hingegen auf 52 Prozent. Für die Sonntagsfrage im Auftrag der ARD-Tagesthemen befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1502 Wahlberechtigte telefonisch. Auf einer Skala von 1 bis 6 gaben die Deutschen der schwarz-gelben Regierung die Note "ausreichend" (3,9). Immerhin 19 Prozent beurteilen die Arbeit der Regierung mit "mangelhaft" (5), hingegen nur vier Prozent mit "gut" (2).
Auch in einer Emnid-Umfrage für den Nachrichtensender N24 zeigten sich 65 Prozent der Befragten unzufrieden mit der neuen Regierung. Nur 27 Prozent seien zufrieden, hieß es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Das ist ein schlechterer Wert als bei den 100-Tage-Bilanzen der Vorgänger-Regierungen. Anfang 1999 waren immerhin 38 Prozent der Deutschen mit dem Start der damaligen rot-grünen Regierung zufrieden, 2006 nach dem Amtsantritt der großen Koalition waren es sogar 55 Prozent.
Guttenberg führt Beliebtheitsliste an
Die Liste der beliebtesten Parteipolitiker führt weiterhin Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg an, mit dessen Arbeit 69 Prozent der Deutschen zufrieden sind, sieben Punkte mehr im Vergleich zum Vormonat. Auf Platz zwei liegt Kanzlerin Angela Merkel, die auf 60 Prozent kommt (+1). Platz drei belegt Finanzminister Wolfgang Schäuble mit 52 Prozent Zustimmung (+4). Mit der Arbeit von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sind 33 Prozent zufrieden (-3). Damit rutscht der FDP-Politiker noch hinter Linkspartei-Fraktionschef Gregor Gysi. Gesundheitsminister Philipp Rösler erhält eine Zustimmung von 27 Prozent (-3). Mit der Arbeit von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (ebenfalls FDP) sind nur 21 Prozent zufrieden (-4).
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