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1858 Euro für dreiköpfige Familie
Kreis Lörrach zahlt Flüchtlingen Geld, wenn sie zurückgehen

Mönchengladbach: Flüchtlinge leben im ehemaligen Aldi
Mönchengladbach: Flüchtlinge leben im ehemaligen Aldi FOTO: Ilgner Detlef
Lörrach. Nach einem deutlichen Anstieg der Asylanträge geht der Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg neue Wege: Er will Flüchtlinge mit finanziellen Anreizen zur freiwilligen Rückkehr bewegen. Einer dreiköpfigen Familie werden bis zu 1858 Euro angeboten.

Das Angebot zeige Wirkung, sagte ein Sprecher des Kreises am Donnerstag. Ausländer, deren Asylantrag keine Chance auf Erfolg habe, erhielten von dem Kreis Bargeld, wenn sie den Antrag zurückziehen und freiwillig in ihre Heimat zurückkehren. Der Landkreis spare dadurch Unterbringungskosten, ein jahrelanges Prüfen der Asylanträge werde vermieden. Das Angebot gelte vor allem für Asylbewerber vom Balkan. Diese haben nahezu keine Aussicht auf ein dauerhaftes Bleiberecht.

Eine dreiköpfige Familie könne mit bis zu 1858 Euro rechnen, so die Behörde. Dieses Geld müsse sie zurückerstatten, sollte sie erneut nach Deutschland einreisen und Asyl beantragen. So werde Missbrauch verhindert. 65.000 Euro habe der Kreis zuletzt dafür ausgegeben.

Erstaufnahmestellen: Hier kommen  Flüchtlinge als erstes an

Andere Kreise wollen dem Beispiel folgen, darunter der Landkreis Emmendingen, sagte ein Sprecher. Der Sozialdezernent des baden- württembergischen Landkreistages, Dietmar Herdes, sagte in Stuttgart, das Lörracher Vorgehen sei ein "kleiner Mosaikstein". Wenn alles rund laufe, könne dies eine Perspektive für die Betroffenen sein. Jedoch sei ein solches Vorgehen nicht flächendeckend möglich, um Asylbewerber in großen Zahlen zur Rückkehr zu bewegen.

(dpa)
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