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Umfrage zur Flüchtlingskrise
Jeder Zweite attestiert der Politik Realitätsverlust

Düsseldorf: So leben Flüchtlinge bei Kälte im Wohnzelt
Düsseldorf: So leben Flüchtlinge bei Kälte im Wohnzelt FOTO: Hans-Juergen Bauer
Frankfurt. Einer Umfrage nach macht sich eine Mehrheit der Deutschen große Sorgen wegen der Flüchtlingskrise. 57 Prozent der Befragten gaben an, der Staat habe die Kontrolle verloren. Eine Mehrheit fordert eine Obergrenze.

Die Sorgen vieler Deutscher wegen der Folgen der Flüchtlingskrise nehmen einer Umfrage zufolge weiter zu. Wie aus einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hervorgeht, gaben 54 Prozent der Befragten an, die Entwicklung der Flüchtlingssituation in Deutschland bereite ihnen "große Sorgen"; im August waren es 40 Prozent. In demselben Zeitraum ging die Zahl derer, die sich "etwas Sorgen" machen, von 45 Prozent auf 38 Prozent zurück.

Bei der Umfrage sprachen sich 56 Prozent für eine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen aus. Eine große Mehrheit will Flüchtlinge aus Kriegsgebieten aufnehmen, andere aber rasch und konsequent abschieben.

Zwei Drittel der Bürger erwarten der Umfrage zufolge, dass der Flüchtlingszuzug Deutschland stark verändern werde. Immer mehr stehen dabei die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen im Vordergrund. 62 Prozent fürchten, dass terroristische Organisationen den Flüchtlingszuzug nutzten, um Terroristen einzuschleusen. Die Sorgen wegen kurzfristiger Entwicklungen sind größer als wegen langfristiger. So gaben 64 Prozent an, der Zustrom der Flüchtlinge berge kurzfristig mehr Risiken als Chancen; langfristig sehen das lediglich 46 Prozent so.

Eine Mehrheit diagnostiziert einen Kontrollverlust des Staates und nimmt die Politik als ratlos wahr. So sind 57 Prozent der Bürger überzeugt, dass Deutschland jegliche Kontrolle darüber verloren habe, wie viele Flüchtlinge ins Land kommen. Jeder zweite bescheinigt der Politik Realitätsverluste. Dabei sei den Bürgern klar, dass nur ein Teil der Maßnahmen kurzfristig wirken könne, heißt es. Sie erwarteten aber Klarheit über die Ziele der Politik.

Als Folge der wachsenden Sorgen ging den Angaben zufolge die Zustimmung für die CDU/CSU von 42 Prozent in der ersten Septemberhälfte auf 38 Prozent zurück. Sie ist damit auf dem niedrigsten Wert seit der Bundestagswahl von 2013. Die SPD legte leicht von 25,5 Prozent auf 26 Prozent zu, die AfD verdoppelte ihre Zustimmungsrate auf 7 Prozent. Nahezu unverändert blieben die Werte der anderen Parteien.

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(pst/KNA)
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