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IfW-Prognose
Flüchtlinge kosten jährlich bis zu 55 Milliarden Euro

Stimmen: NRW-Bürgermeister zur Lage in ihrer Stadt
Stimmen: NRW-Bürgermeister zur Lage in ihrer Stadt FOTO: dpa, fg nic
Kiel. Die Flüchtlingskosten für Deutschland werden nach Schätzungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft mittelfristig zwischen 25 und 55 Milliarden Euro jährlich schwanken. Dies ergab eine Simulation, deren Ergebnisse das IfW am Freitag veröffentlichte.

Die Schätzungen seien mit großen Unsicherheiten behaftet, besonders im Blick auf die Zahl der Flüchtlinge und die Geschwindigkeit ihrer Integration in den Arbeitsmarkt, erläuterte Autor Matthias Lücke. Auch im ungünstigsten Fall blieben die Kosten unter zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes und wären damit für Deutschlands beherrschbar.

Für den günstigsten Fall nehmen die Forscher an, dass ab 2018 noch 360.000 Flüchtlinge jährlich kommen. Die Kosten würden dann dauerhaft 25 Milliarden Euro jährlich betragen. Kämen bis 2020 weiterhin eine Million, wären es bis zu 55 Milliarden.

Die IfW-Experten gehen davon aus, dass 30 Prozent der Flüchtlinge in die Heimat zurückkehren und 70 Prozent dauerhaft in Deutschland bleiben, 20 Prozent aber nur als Geduldete, die sich nur sehr langsam in den Arbeitsmarkt integrieren können. Insgesamt erwarten die Forscher nicht, dass der Zuzug der Flüchtlinge positive Wohlfahrtseffekte für die heimische Bevölkerung bewirkt. Zwar würden Güternachfrage und Wirtschaftskraft erhöht, zugleich stiegen aber Sozialausgaben und Bevölkerungszahl, hieß es.

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(dpa)